
Sieben Umzugskartons mit den Ordnern meines Vaters stehen seit Herbst 2022 unangetastet in meiner Abstellkammer, original verschnürt, ohne Etikett. Trotzdem fühle ich mich in meiner Potsdamer Wohnung inzwischen geborgener als in den Monaten direkt nach seinem Tod – und genau das widerlegt den Satz, den mir am Anfang jeder gesagt hat: Räum auf, dann wird die Trauerbewältigung leichter. Für mich war es die Ahnenarbeit, meine spirituelle Praxis über die phoenix999-Kurse, nicht das Ausräumen der Kartons, die diese Wohnung wieder bewohnbar gemacht hat.
Bevor es weitergeht: Ein paar Verweise in diesem Text sind Affiliate-Links zu den phoenix999-Kursen – buchst du darüber, bekomme ich eine Provision, dein Preis ändert sich dadurch nicht. Ich schreibe hier ausschließlich über Sessions, die tatsächlich in meinem Leinen-Heft stehen. Ich bin keine Therapeutin und keine Trauerbegleiterin – bei akuter Trauer oder anhaltender psychischer Belastung gehört professionelle Hilfe an die erste Stelle, nicht dieser Blog.
Der verbreitete Irrtum: Aufräumen bringt die Geborgenheit zurück
In der Fachbibliothek erkläre ich Nutzern fast täglich, wie ein Buch seine Signatur bekommt und warum ein falsch eingeordneter Band einen ganzen Bestand durcheinanderbringt. Genau dieses Denken habe ich zuerst auf meine Trauer übertragen – als ließe sich der Verlust meines Vaters wie nach der Dewey-Dezimalklassifikation kategorisieren und dann geordnet ablegen. Das hat nicht funktioniert. Verlust hat keine Signatur, die man einmal vergibt und die dann für immer hält.
Auch der zweite naheliegende Weg hat mich nicht dorthin gebracht, wo ich eigentlich hinwollte.
Drei Sitzungen bei einer Psychotherapeutin habe ich gemacht, ordentlich, mit Notizen danach – nach zwei Monaten habe ich es trotzdem abgebrochen, nicht weil die Gespräche schlecht waren, sondern weil sich meine Wohnung dadurch keinen Millimeter geborgener anfühlte. Trauerverarbeitung ist damit für mich noch lange nicht abgeschlossen, das bleibt ein eigenes, langsameres Thema, das ich hier bewusst nicht vertiefe.
Die Quelle des Gefühls von Zuhause
Bei mir kam die Antwort nicht aus einem Ratgeber, sondern aus einem Video, auf das ich an einem Sonntagnachmittag eher zufällig gestoßen bin: Andreas Goldemann sprach über Kraft der Ahnen, und zum ersten Mal seit Monaten konnte ich länger als fünf Minuten ruhig sitzen, ohne aufzustehen. Kein Zertifikat, keine Ausbildung – einfach eine Bibliothekarin mit einem gelben Karteikasten, die eine Methode gefunden hat. Meine spirituelle Praxis ist seither eine Art Laienpraxis ohne Ausbildung geblieben, und genau das war für mich der Punkt, nicht das Gegenteil.
Ahnenarbeit statt Einrichtungsplan
Diese Ahnenarbeit hat wenig mit der Wohnung selbst zu tun und viel mit der eigenen Ahnenlinie – dem Gefühl, wo man in einer Kette von Menschen steht, die vor einem da waren. Blockierende Familienmuster spielen dabei sicher eine Rolle, aber das ist ein eigenes Kapitel, das ich hier nicht aufmache. Wer wenig über die eigene Familie weiß und trotzdem anfangen will, findet dazu einen Beitrag zur Ahnenforschung ohne Dokumente – bei mir persönlich ging es weniger um Fakten als um das Gefühl selbst.
Energetische Blockaden kommen in den Kursen immer wieder vor, allerdings eher als Beobachtung im eigenen Körper als als Erklärungsmodell, das ich hier ausbreiten möchte.
Manchmal ergänze ich das mit einer kurzen Meditationspraxis danach, aber das ist bei mir eher Nachklang als eigenständige Übung.
Die Sitzungen archivieren, nicht die Wohnung
Kraft der Ahnen ist der Kurs, mit dem für mich alles angefangen hat, und in meinem ehrlichen Testbericht zu Kraft der Ahnen gehe ich genauer darauf ein, was die einzelnen Sitzungen konkret enthalten.

In meinem Leinen-Heft bekommt jede Session ein Datum und eine kurze Randnotiz, genauso wie ich es beruflich mit Neuzugängen mache – dieses Session-Protokoll ist mir inzwischen fast wichtiger als die Übung selbst, weil es zeigt, wo ich wirklich stehe, nicht wo ich glaube zu stehen.
Eine dieser Sitzungen, die dritte im Kurs, weiß ich noch genau: Ich weinte, ohne einen einzigen Grund benennen zu können, der zu diesem Moment gepasst hätte. Danach war etwas anders, leichter, ohne dass ich hätte sagen können, was sich da eigentlich gelöst hatte.
Meine beste Freundin schwört in solchen Phasen auf Nordic Walking durch den Grunewald – stundenlang, jedes Wochenende, der Kopf wird frei, sagt sie. Das ist ein völlig anderer Weg als meiner, und keiner davon ist der richtige oder der falsche; bei mir hat das Sitzen und Notieren einfach mehr bewegt als das Gehen.
Nach einer solchen Sitzung gehe ich oft raus, meistens in den Park Babelsberg, wo an ruhigen Tagen die Wege fast leer sind und die eigenen Schritte das einzige Geräusch bleiben. Von der Allee her hört man manchmal noch das Quietschen einer Straßenbahn, weit genug entfernt, dass es eher vertraut klingt als störend.
Manche Begriffe aus den Kursen, Bestand, Sitzung, Querverweis, haben sich bei mir mit der Zeit so eingebürgert, dass ich sie kaum noch als eigenes Kursvokabular wahrnehme – sie sind einfach die Sprache geworden, in der ich über mich selbst nachdenke. Wer noch nicht weiß, womit er anfangen soll, dem hilft vielleicht mein Überblick über alle 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest, auch wenn Kraft der Ahnen bei mir persönlich der Startpunkt war.
Geborgenheit als laufender Bestand
Zurück zu den sieben Kartons in der Abstellkammer: Sie stehen immer noch genauso da wie am ersten Tag, und ich habe längst aufgehört, das als offene Aufgabe zu behandeln, die irgendwann erledigt gehört. Geborgenheit in dieser Wohnung kommt nicht davon, dass ich die Räume irgendwann fertig sortiere, sondern davon, dass ich regelmäßig zu meiner Ahnenlinie zurückkehre – ein paar Minuten, ein paar Sätze im Heft, öfter als mir früher bewusst war.
Wer sich in den eigenen vier Wänden nach einem Verlust verloren fühlt, dem würde ich heute nicht raten, zuerst das Regal zu sortieren, sondern zuerst zu fragen, wie die eigene Verbindung zu den Menschen aussieht, die vor einem da waren – die Wohnung folgt danach meistens von selbst.