
Die Fragen, die mir Leserinnen nach dem ersten Artikel über meinen Vater schreiben, drehen sich selten um die Trauer selbst — fast immer geht es um die Lebenden, die noch am Tisch sitzen, um Ahnenarbeit mitten im ganz normalen Familienalltag. Hildegunde Rotter aus Stuttgart war die Erste, die das so direkt ansprach, in einer kurzen E-Mail mit ordentlicher Anrede und Gruß.
Diesen Text schreibe ich deshalb anders als sonst: als Antworten auf die Fragen, die seitdem am häufigsten in meinem Postfach landen, zu Ahnenarbeit, Familienbeziehungen und den phoenix999-Kursen von Andreas Goldemann. Ein kurzer Hinweis vorweg — ich verlinke gelegentlich Kurse als Affiliate, kaufst du darüber, bekomme ich eine Provision, an deinem Preis ändert das nichts. Was folgt, ist meine persönliche Erfahrung als Bibliothekarin aus Potsdam, keine Beratung; die ausführliche Offenlegung steht am Ende der Seite.
Was Ahnenarbeit mit meinen Familienbeziehungen wirklich verändert hat
Nichts an meinen Verwandten hat sich verändert, seit ich mit den phoenix999-Kursen angefangen habe — verändert hat sich, wie ich auf sie reagiere. Meine Mutter sagt noch immer dieselben Sätze beim Essen, mein Bruder unterbricht mich noch immer, bevor ich fertig gesprochen habe.
Der Unterschied liegt in der halben Sekunde davor. Früher hätte ich automatisch verteidigt oder zurückgeschossen, heute halte ich kurz inne, bevor überhaupt eine Antwort kommt.
Wie man die eigene Ahnenlinie fühlen und einordnen lernt, ist ein eigenes, größeres Thema, das ich an anderer Stelle ausführlich behandle — hier zählt nur, was aus dieser Arbeit im Alltag mit lebenden Menschen wird. Andreas Goldemanns Methode selbst, Schritt für Schritt, habe ich in einem separaten Selbsttest beschrieben; an dieser Stelle reicht der Hinweis, dass sie mit Sessions arbeitet, nicht mit Gesprächen über die Familie.
Muss ich meiner Familie erklären, was ich in den Sessions mache?
Nein, nicht wirklich — Erklärungen landen bei den wenigsten. Ich habe es ein paar Mal versucht, mit Wörtern wie energetische Blockade oder Vorfahren-Arbeit, am Familientisch, und meistens kam nur höfliches, leicht ratloses Schweigen zurück.
Wie ich morgens energetische Blockaden für mich selbst löse, beschreibe ich in einem eigenen Text; hier reicht die Feststellung, dass das Wort allein niemanden überzeugt. Was stattdessen wirkt, ist nicht die Erklärung, sondern die veränderte Reaktion selbst.
Meine Mutter merkt inzwischen, dass ich beim dritten Nachfragen nicht mehr gereizt antworte, ohne dass ich ihr je gesagt hätte, warum. Ich übe das als Laiin, in meiner eigenen Familie, ohne je die Rolle der Heilerin zu übernehmen — wie das ganz ohne Ausbildung überhaupt geht, habe ich andernorts ausführlich aufgeschrieben. Wer selbst skeptisch ist oder auf skeptische Verwandte trifft, findet mehr dazu in einem anderen Text: warum Ahnenarbeit für Skeptiker wie mich funktioniert.

Familienmuster erkennen, bevor sie wieder zuschlagen
Rosmarie Heck, meine Kollegin im Freihandbereich der Fachbibliothek, erzählt Dinge grundsätzlich mit langem Anlauf und kurzem Kern. Eine Eigenart, über die ich früher innerlich die Augen verdreht habe, bis mir auffiel, dass mein Vater genauso erzählt hat.
Solche Wiederholungen quer durch verschiedene Menschen sind für mich das deutlichste Zeichen eines Familienmusters: Sichtbar wird das zuerst im Verhalten, nicht in Worten. Blockierende Familienmuster im Alltag konkret zu erkennen, ist ein eigenes, größeres Thema, das ich andernorts ausführlicher behandle.
In welcher Reihenfolge die vier phoenix999-Kurse für mich am meisten Sinn ergeben haben, beschreibe ich in einem separaten Text — für diesen hier zählt nur, dass jeder der vier Kurse eine andere Art von Muster sichtbar gemacht hat, bei mir vor allem in Gesprächen mit meinem Bruder.
Was, wenn die Trauergruppe oder das Gespräch nichts gebracht hat?
Bei mir war es eine Trauergruppe im Stadtteilzentrum, die ich nach dem Tod meines Vaters besucht habe. Nach drei Treffen bin ich nicht wieder hingegangen — nicht weil an der Gruppe etwas falsch gewesen wäre, sondern weil das Format für mich einfach nicht funktioniert hat.
Wie ich meine eigene Trauer um meinen Vater konkret verarbeitet habe, erzähle ich in einem anderen Text ausführlicher; hier zählt nur die Erkenntnis danach. Wenn eine Methode nicht passt, heißt das nicht, dass keine passt.
Bei mir kam die Verschiebung während einer Session, der dritten in Kraft der Ahnen. Ich weinte, ohne einen Grund benennen zu können, und danach war etwas leichter, das vorher wie festgeklemmt saß. Kein Beweis für irgendetwas, nur eine Beobachtung, die ich mit Querverweis auf die Sessions davor in mein Leinen-Heft eingetragen habe.
Abgrenzung als Antwort, wenn Nähe nicht mehr guttut
Nicht jede Familienbeziehung wird durch Ahnenarbeit näher — manche werden distanzierter, und das ist manchmal genau richtig. Ich sortiere das inzwischen wie einen Bestand: manche Bücher gehören ausgesondert, nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sie den Rest der Sammlung stören.
Bei einem entfernteren Verwandten bedeutete das für mich weniger Kontakt, nicht mehr Versöhnungsversuche. Wie genau ich einzelne Sessions protokolliere und mit Querverweisen versehe, beschreibe ich an anderer Stelle ausführlich; für diesen Text reicht, dass ich zu jedem schwierigen Namen inzwischen eine eigene Karte im gelben Karteikasten führe.
Am Schreibtisch mit Blick auf die kahlen Bäume im Park schreibe ich diese Karten meistens abends, während die alte Heizung der Wohnung in unregelmäßigen Abständen tickt, sobald es draußen richtig kalt wird. Ein Geräusch, an das ich mich nach all der Zeit hier noch immer nicht gewöhnt habe.
Die feste Meditationspraxis aus Kraft der Ahnen, losgelöst von den eigentlichen Sessions, ist wieder ein eigenes Thema für sich. Und wer mit Wörtern wie Signatur, Bestand oder Session in diesem Text nichts anfangen kann: Ein Glossar mit dem Vokabular aus den phoenix999-Kursen gibt es ebenfalls.
Wo fange ich an, wenn ich mit lebenden Verwandten arbeiten will?
Am ehesten würde ich sagen: nicht bei den Verwandten anfangen, sondern bei der eigenen Reaktion. Kraft der Ahnen war für mich der erste Kurs aus der Reihe, und genau dort hat sich diese Verschiebung zum ersten Mal gezeigt — ob sich gerade dieser Kurs als Einstieg lohnt, habe ich in einem eigenen Testbericht auseinandergenommen, hier nur so viel: Er verlangt keine Vorkenntnisse und keine Erklärung gegenüber der Familie.
Manche steigen stattdessen über Zurück zum Ursprung ein, einen bewusst allgemeiner gehaltenen Kurs derselben Reihe — welcher Einstieg passt, hängt eher vom eigenen Tempo ab als von der Familiensituation.
Verstrickungen zu lösen, ohne den Kontakt komplett abzubrechen, war für mich der schwierigste Teil dabei; ausführlicher habe ich das in meinen Erfahrungen mit familiären Verstrickungen aufgeschrieben.
Persönlichkeitsentwicklung, so wie ich sie in diesem Potsdam-Tagebuch verstehe, beginnt selten mit einem großen Gespräch am Familientisch. Sie beginnt meistens leiser, in der Sekunde vor der gewohnten Reaktion.