
Ein Kribbeln zieht vom Handgelenk bis in die Fingerspitzen, noch bevor die Aufnahme mit Andreas Goldemanns Stimme überhaupt läuft. Solche Momente sammle ich seit meinem Einstieg in die phoenix999-Kurse in einem eigenen Selbsttest-Tagebuch, sortiert nach Symptom und Session wie ein kleiner eigener Bestand.
Körperliche Reaktionen während der Ahnenheilung sind für mich keine Nebensache, sondern die eigentliche Nachricht, und der Kopf versteht oft erst später, was der Körper längst registriert hat. Wer sich mit energetischen Symptomen und Körperarbeit im Rahmen der Kurse beschäftigt, stellt mir über kurz oder lang fast immer dieselben Fragen. Ein paar davon beantworte ich hier, genauso nüchtern, wie ich sonst Bestände sichte.
Was der Körper während einer Session der Ahnenheilung wirklich meldet
Am häufigsten wird mir das Kribbeln erwähnt, dazu ein plötzliches, tiefes Gähnen, das nichts mit Müdigkeit zu tun hat, oder eine Welle Wärme, die von der Bauchmitte nach außen läuft. Manche berichten von einem kurzen Frösteln über die Schultern, andere von einem Druckgefühl im Nacken, das nach wenigen Atemzügen wieder verschwindet.
Wie sich eine solche Blockade körperlich zeigt, kann ich nur beschreiben, nicht medizinisch deuten — bei mir kommt sie fast immer als Enge im Brustraum oder als plötzliche Schwere in den Armen, lange bevor überhaupt ein Gedanke dazu passt. Wenn du das bei dir ähnlich bemerkst, ist das für mich kein Beweis für irgendetwas, nur ein Muster, das sich wiederholt.

Ist jedes Kribbeln ein Zeichen der Ahnenlinie?
Benedikta, die ich aus dem Andreas-Goldemann-Forum kenne, hat mir dazu neulich geschrieben — wie üblich mit genauen Uhrzeiten zu jeder einzelnen Beobachtung notiert. Ihre Frage war einfach: Muss jedes Kribbeln etwas mit der Ahnenlinie zu tun haben, oder ist es manchmal einfach nur Kribbeln?
Nein, muss es nicht. Manche Reaktionen lassen sich ebenso gut als Psychosomatik erklären, und ich finde es unehrlich, das wegzuwischen, nur weil es weniger poetisch klingt. Für mich zählt eher das Muster: Wiederholt sich eine Empfindung über mehrere Sessions an derselben Stelle im Körper, während ich mit derselben Ahnenlinie arbeite, trage ich sie in meinen Karteikasten ein. Taucht sie nur einmal auf, lasse ich sie stehen, ohne ihr sofort eine Bedeutung zu geben.
Wenn gar nichts passiert
Es gibt auch das Gegenteil: Phasen, in denen ich mich hinsetze, die Aufnahme starte, und mein Körper bleibt einfach still. Kein Kribbeln, keine Wärme, nichts, das sich wie eine Reaktion anfühlt, nur die gewohnte Ruhe um mich herum.
Einmal, in einer besonders stillen Phase, dachte ich, ich müsste von außen nachhelfen, und buchte einen Wochenendworkshop zur Trauerbewältigung. Kurz vor dem Termin sagte ich wieder ab — der Gedanke, mit fremden Menschen in einem Raum über meinen Vater zu sprechen, fühlte sich in dem Moment falscher an als die Stille selbst. Das war keine endgültige Entscheidung gegen solche Angebote, nur eine für diesen einen Termin.
Diese leeren Phasen gehören für mich genauso zur Praxis wie die intensiven. Auch andere aus dem Forum bestätigen das eher, als dass sie es bestreiten — Stille scheint kein Fehler im System zu sein.
Ich bin keine Therapeutin und keine ausgebildete Heilerin, nur eine Bibliothekarin, die das als Laiin für sich ausprobiert — jede Notiz in meinem Heft ist eher Protokoll als Diagnose.
Rückenschmerzen richtig einordnen
Ein stechender Schmerz im unteren Rücken hat mich lange begleitet, und ich hätte ihn fast durchgehend als Berufskrankheit abgetan — zu viele Stunden über Katalogen gebeugt. Erst als ich ihn während einer Session einfach da sein ließ, ohne ihn wegdrücken zu wollen, merkte ich, wie viel Anspannung sich löste, kaum dass ich aufhörte, dagegen anzukämpfen.
Das heißt nicht, dass jeder Rückenschmerz eine energetische Ursache hat. Wenn bei dir ein Rückenschmerz einfach nicht weggeht, würde ich zuerst zum Arzt raten und erst danach weiterspüren, was davon noch übrig bleibt. Wie sich meine Wahrnehmung dafür über alle vier Kurse hinweg verändert hat, beschreibe ich ausführlicher in meinem ehrlichen Testbericht zum ersten Kurs.

Wo hört Spüren auf, wo fängt Einbildung an?
Lieselind aus dem Potsdamer Trauercafé hat mich das genauso gefragt, leise wie immer, obwohl sie sichtlich bewegt war: Woher weiß ich, ob ich wirklich etwas spüre oder es mir nur einbilde, weil ich es so sehr will?
Eine endgültige Antwort darauf gibt es nicht, nur eine Faustregel, die ich für mich entwickelt habe: Wenn eine Empfindung zu einem Muster passt, das sich in meiner Familie wiederholt — wer in meiner Linie zum Beispiel immer wieder schwieg, wo eigentlich gesprochen werden musste —, nehme ich sie ernster, als wenn sie isoliert auftaucht. Solche familiären Muster sind ein eigenes weites Feld, das ich hier nur streife.
Die Kurse selbst haben dafür ein eigenes Vokabular entwickelt, mit Begriffen, die sich erst nach einer Weile wie normale Sprache anfühlen, und ich benutze sie hier bewusst sparsam, um niemanden zu verwirren, der neu einsteigt.
Wer wissen möchte, wie solche Muster biologisch überhaupt weitergegeben werden könnten, findet in meinem Artikel über Epigenetik und Ahnenheilung mehr dazu. Die Epigenetik als Forschungsfeld liefert dafür zumindest ein paar interessante Denkanstöße, auch wenn ich als Bibliothekarin und nicht als Wissenschaftlerin schreibe.
Wann ein Arzttermin wichtiger ist als die nächste Session
Manche Signale würde ich nie als rein energetisch abtun: anhaltende Schmerzen, Schwindel, Herzrasen, irgendetwas, das über Tage gleich bleibt oder schlimmer wird, statt sich wie die meisten meiner Symptome nach der Session wieder zu lösen. Dafür gehe ich zum Arzt, nicht zur nächsten Aufnahme, und das würde ich jedem raten, der Ähnliches bei sich bemerkt.
Energetische Arbeit ersetzt bei mir keine medizinische Abklärung, sie läuft eher parallel dazu, wie ein zweites Register neben der eigentlichen Akte. Was ich in meinem Karteikasten sammle, ist eine persönliche Beobachtungssammlung, keine Diagnose, und ich würde dir raten, das nie zu verwechseln.
Zwischen den Sessions hilft mir oft eine kurze, stille Meditationspraxis, um den Unterschied überhaupt erst wahrzunehmen — ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlicher behandle.
Es gibt Morgen, an denen ich für die ersten drei Sekunden nach dem Aufwachen schlicht vergessen habe, dass mein Vater tot ist, und die Stille direkt danach fühlt sich jedes Mal ein bisschen anders an als die Stille davor. Das ist für mich das eigentliche Maß: nicht das große Gefühl während einer Session, sondern die kleine Verschiebung danach, die sich manchmal erst beim Aufwachen zeigt.
Mehr braucht es nicht, um zu wissen, dass sich etwas bewegt hat.