Mein Seelenpfad

Druck im Brustkorb bei Trauer lindern durch energetische Ahnenheilung Übungen

Druck im Brustkorb bei Trauer lindern durch energetische Ahnenheilung Übungen

Es ist Sonntagabend in Potsdam, und die Schatten der alten Kastanien fallen lang über die Allee am Rand des Parks Sanssouci. Ich sitze an meinem Schreibtisch, vor mir das schlichte Leinen-Heft, dessen Einband sich unter meinen Fingerspitzen angenehm kühl und glatt anfühlt. Draußen pfeift der Wind durch die Blätter, ein Vorbote des herbstlichen Septemberwetters, und drinnen brennt nur die kleine Messinglampe. Ich habe gerade die Marginalien der letzten Woche nachgetragen. Es ist die 22. Woche seit dem Abschluss des vierten phoenix999-Kurses, und wenn ich heute in meinen gelben Karteikasten greife, finde ich unter dem Reiter 'Symptomatik' eine Notiz, die genau diesen Moment beschreibt: den Druck im Brustkorb.

Dieser Druck ist ein alter Bekannter. Er kam zum ersten Mal in jener Donnerstagnacht im Herbst 2022, als mein Vater so plötzlich ging. Er fühlte sich an wie ein kalter, schwerer Stein, der direkt auf meinem Brustbein lag. Lange Zeit dachte ich, das sei eben die physische Signatur der Trauer, eine Art permanenter Bestand meines Körpers, den ich einfach verwalten muss, so wie ich in der Fachbibliothek veraltete Signaturen verwalte. Aber durch die Arbeit mit der Ahnenlinie habe ich gelernt, dass dieser Druck oft gar nicht mein eigener Schmerz ist, sondern ein Echo, das in der Linie nach oben drängt.

Die Bestandsaufnahme: Wenn die Trauer den Atem raubt

In meinem Berufsalltag als Bibliothekarin bringe ich Ordnung in fremde Wissensbestände. Wenn ein Buch falsch einsortiert ist, findet es niemand. Ähnlich ist es mit Emotionen im Körper. Wenn der Druck im Brustkorb auftritt, ist das oft ein Hinweis auf eine 'Fehlsortierung' im energetischen System. Ich erinnere mich gut an einen nebligen Dienstagmorgen im letzten November. Ich stand in den Magazinen der Bibliothek, umgeben von tausenden Buchrücken, und plötzlich war er wieder da: dieser bleierne Druck, der mir fast den Atem nahm. Es war, als würde eine unsichtbare Hand mein Herz zusammenschnüren.

Damals hatte ich gerade erst mit den Übungen von Andreas Goldemann begonnen. Ich wusste noch nicht, wie ich mit diesem 'Druck der Ungesagten' umgehen sollte. Heute, nach über einem Jahr intensiver Praxis, gehe ich systematischer vor. Ich betrachte diesen Zustand wie ein Archivmaterial, das einer genaueren Prüfung unterzogen werden muss. Es ist kein Defekt, den man schnell reparieren muss, sondern ein Querverweis auf eine tieferliegende Schicht. In solchen Momenten hilft es mir, mich an die Struktur meiner Ahnenlinie zu erinnern. Allein in der dritten Generation gibt es 8 Ahnen – meine Urgroßeltern –, von denen jeder seine eigenen ungelösten Themen und Lasten getragen hat.

Nahaufnahme eines handschriftlichen Tagebucheintrags mit bibliothekarischen Randnotizen.

Der Widerstand als Lehrmeister: Warum sofortiges Auflösen nicht immer hilft

Ein wichtiger Aspekt, den ich in meinem Tagebuch immer wieder unterstreiche, ist der Umgang mit dem Widerstand. Oft wollen wir den Schmerz so schnell wie möglich loswerden. Wir suchen nach der einen Übung, die den Druck sofort wegzaubert. Aber meine Erfahrung hat mir gezeigt: Statt den Druck durch energetische Ahnenarbeit sofort auflösen zu wollen, solltest du ihn bewusst als notwendigen Widerstand zur Integration der emotionalen Erblasten erst einmal voll annehmen. Er ist wie der Einband eines sehr alten, wertvollen Buches – man kann ihn nicht einfach abreißen, ohne den Inhalt zu beschädigen.

In einer Sitzung während meiner letzten Urlaubswoche im Hochsommer – ich saß auf meinem Balkon mit Blick auf die 290 Hektar des Parks Sanssouci – passierte etwas Entscheidendes. Ich versuchte nicht, den Druck wegzuschieben. Ich atmete einfach in ihn hinein. Ich stellte mir vor, wie meine Ahnenlinie wie ein stabiles, hohes Regal hinter meinem Rücken steht. Plötzlich war der Druck kein Gewicht mehr, das mich nach vorne drückte, sondern eine Kraft, die mich aufrecht hielt. Es war ein tiefes, unwillkürliches Durchatmen mitten in der Session, bei dem sich das Engegefühl im Brustkorb wie ein zu fest gezogener Knoten plötzlich lockerte. In diesem Moment begriff ich: Der Druck war die Energie, die darauf wartete, in die Ahnenlinie zurückgeführt zu werden.

Praktische Übungen zur Ahnenheilung im Alltag

Ich bin keine Therapeutin und habe keine schamanische Ausbildung. Ich bin eine Frau, die mit Systematik arbeitet. Meine Übungen sind schlicht und lassen sich gut vor der Arbeit in meiner Potsdamer Wohnung durchführen. Wenn der Druck im Brustkorb wiederkehrt, nutze ich oft Elemente aus den phoenix999-Kursen, die ich mittlerweile alle vier durchgearbeitet habe. Es geht dabei weniger um kognitive Analyse, sondern um das Fühlen und Tönen.

Ein gelber Karteikasten mit Notizen zur Ahnenarbeit auf einem Holzschreibtisch.

Wenn die Übung nicht funktioniert: Ein ehrliches Protokoll

Es wäre unaufrichtig zu behaupten, dass jede Session ein Erfolg ist. In meinem Leinen-Heft gibt es Wochen, in denen gar nichts passiert ist. Ein stürmischer Abend im vergangenen März ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Ich versuchte, eine Session zur Herzöffnung zu machen, aber mein Verstand war wie ein falsch einsortiertes Schlagwortregister – er sprang von einer Sorge zur nächsten. Ich konnte den Druck nicht fühlen, ich war einfach nur genervt. Nach fünfzehn Minuten brach ich ab. Ich klappte den Laptop zu, löschte die Kerze und ging schlafen.

Solche Fehlversuche gehören zum Bestand dazu. Energetische Arbeit ist kein linearer Prozess, es ist eher wie die Restaurierung eines alten Manuskripts: Manchmal muss man die Arbeit ruhen lassen, damit der Kleber trocknen kann. Ich habe gelernt, dass Ahnenarbeit mehr als nur reine Recherche ist; es ist ein organischer Prozess, der seine eigene Zeit braucht. Wenn es nicht fließt, dann ist das eben die Signatur dieses Tages.

Energetische Ahnenheilung als Archivarbeit am Selbst

Nach etwa drei Monaten täglicher Praxis bemerkte ich eine Veränderung in meinem Körpergefühl. Der Druck im Brustkorb war nicht mehr mein ständiger Begleiter. Er tauchte nur noch punktuell auf, meistens wenn im Außen viel Unruhe war oder ich mich im Berufsalltag zu sehr verausgabt hatte. Ich begann, die Sessions wie Archivmaterial zu behandeln: datiert, mit Randnotizen und Querverweisen versehen. Das gab mir eine Sicherheit, die mir die herkömmliche Trauerarbeit nicht geben konnte.

Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Übungen keinen Arzt oder Psychotherapeuten ersetzen. Ich selbst habe keine medizinische Ausbildung. Wenn der Druck im Brustkorb mit körperlicher Atemnot oder Schmerzen einhergeht, sollte man immer zuerst einen Kardiologen oder Hausarzt aufsuchen. Auch bei akuter, lähmender Trauer ist professionelle Trauerbegleitung oft unerlässlich. Die energetische Arbeit ist für mich eine wertvolle Ergänzung, ein Werkzeug zur Selbsthilfe, um die emotionalen Schichten unter dem körperlichen Symptom zu ordnen.

Blick vom Balkon auf den Park Sanssouci in Potsdam während der Abenddämmerung.

Heute Abend fühle ich mich ruhig. Der Wind draußen am Park Sanssouci hat etwas nachgelassen. Ich schaue auf das Foto meines Vaters, das neben meinem Karteikasten steht. Es ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, er lacht darauf. Früher löste dieses Bild sofort den Druck in meiner Brust aus. Heute löst es eine tiefe Wärme aus. Es ist, als hätte ich durch die Arbeit mit den Ahnen einen Weg gefunden, ihn nicht nur als Verlust zu betrachten, sondern als Teil eines riesigen, lebendigen Bestands, der weit über mich hinausreicht.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis meiner Sonntags-Notizen: Trauerarbeit ist auch Archivarbeit am eigenen Energiefeld. Wir ordnen nicht nur die Vergangenheit, wir schaffen Platz für die Zukunft. Ich habe in einem meiner Einträge vermerkt, warum die Andreas Goldemann Kurse bei tiefer Trauer helfen können, und es ist genau diese Mischung aus Struktur und intuitivem Loslassen, die mir geholfen hat, den Stein von meiner Brust zu nehmen und ihn in einen Grundstein für mein neues Leben zu verwandeln. Jetzt lösche ich das Licht und lasse die Stille von Sanssouci in mein Zimmer fließen.

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