
Eine Schreibblockade ist meist ein Problem der Technik: dem Satz fehlt der nächste Satz. Eine kreative Blockade, wie ich sie nach dem Tod meines Vaters erlebt habe, ist etwas anderes – ein Problem der Herkunft, nicht der Formulierung. Diesen Unterschied habe ich erst richtig verstanden, als ich mich durch die Ahnenarbeit in den phoenix999-Kursen gearbeitet habe, und genau den will ich hier einmal sauber auseinandernehmen, nicht als neuen Eintrag in meinem Selbsttest-Tagebuch, sondern als Anleitung: Schritt für Schritt, so wie ich es als Bibliothekarin mit jedem neuen Bestand mache: zuerst sichten, bevor er ins Regal kommt.
Bevor es weitergeht: Dieser Text enthält Affiliate-Links zu den Kursen, über die ich schreibe. Buchst du darüber, bekomme ich eine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert. Ich schreibe ausschließlich über Kurse, die ich selbst durchgearbeitet und in meinem Bestand dokumentiert habe, und meine vollständige Offenlegung ist unten verlinkt.
Zwei Quellen für eine kreative Blockade
Mein Hausarzt hat mir im ersten Winter nach dem Herzinfarkt meines Vaters Schlaftabletten verschrieben, weil ich nachts wachlag und tagsüber trotzdem nichts zustande brachte. Zwei Wochen habe ich sie genommen und dann selbst wieder abgesetzt, weil sie den Kopf leiser gemacht haben, aber nicht freier. Das war mein erster Hinweis, dass die Blockade kein Schlafproblem war, sondern ein anderes.
Eine Nachbarin von mir zieht seit Jahren Gemüse in ihrem Kleingarten am Schlänitzsee groß, und wenn das Wetter schlecht ist, blockiert bei ihr höchstens die Ernte für ein paar Tage, mehr nicht. Bei mir blockierte etwas, das sich nicht wettermäßig erklären ließ: Ich saß vor leeren Seiten, obwohl ich wusste, wie man schreibt. Die Techniken aus meinem Berufsalltag – sortieren, kategorisieren, neu anordnen – halfen nichts, weil das Problem gar nicht in der Technik lag.

Welche Blockade ist es wirklich?
Die Unterscheidung, die mir inzwischen am meisten hilft, ist simpel: Fehlt mir nur die nächste Formulierung, oder fehlt mir die Erlaubnis, überhaupt anzufangen? Beim ersten Fall reicht es, eine Nacht zu warten oder ein anderes Thema zu beginnen. Beim zweiten Fall merke ich einen Widerstand, der sich eher körperlich als gedanklich anfühlt – ein Ziehen in der Brust, kein leerer Kopf. Genau dieser zweite Typ war bei mir die Blockade, die mit meiner Ahnenlinie zu tun hatte, nicht mit meinem Schreibstil.
So baue ich die Verbindung zur schöpferischen Ahnenlinie auf
Der erste Schritt ist für mich immer, eine konkrete Person zu benennen, nicht die Ahnen als vage Gruppe. In meinem Fall ist das oft mein Großvater, ein Handwerker, dessen Präzision ich in meinen eigenen Katalogisaten wiederzuerkennen glaube. Zweitens schreibe ich einen einzigen Satz an diese Person, ohne ihn zu redigieren, bis die Seite voll ist – das Redigieren kommt danach, nie währenddessen, sonst bleibt die Blockade an Ort und Stelle.
Drittens achte ich auf das körperliche Signal, nicht auf das inhaltliche. Wird die Hand schwerer, höre ich auf und frage mich, wessen Widerstand das gerade ist, meiner oder ein übernommener. Bleibt die Hand leicht, schreibe ich weiter, auch wenn der Satz noch keinen Sinn ergibt. Diese Übung stammt aus den Kern-Sessions von Kraft der Ahnen [Mein Einstieg], einem Kurs mit sechs Kern-Sessions und inzwischen acht zusätzlichen Special-Sessions, und sie ersetzt für mich keine Psychotherapie. Bei frischer, akuter Trauer gehört professionelle Begleitung immer zuerst dazu, nicht als Ergänzung danach.

Zuerst die Finger, dann der Kopf
An einem Mittwochnachmittag bin ich durch den Volkspark Bornstedt in Richtung Bahnhof gelaufen und habe erst beim Umsteigen gemerkt, dass ich zwanzig Minuten lang nicht an meinen Vater gedacht hatte. Kein großes Zeichen, eher eine Lücke, die mir erst nachträglich auffiel. Genau so kündigt sich bei mir inzwischen auch eine gelöste kreative Blockade an: nicht als Erkenntnis, sondern als Abwesenheit von etwas, das vorher da war.
Vergleichbare körperliche Signale kenne ich auch aus einer ganz anderen Edition der gleichen Kursreihe. In der Zähne-Edition [Tiefer Gang], die über dreißig Sessions zu Zähnen und Kiefer umfasst, geht es um einen Ort im Körper, an dem sich viele Menschen „durchbeißen“, statt fließen zu lassen – eine Parallele, die mir erst auffiel, als ich beide Kurse nebeneinander in meinem Heft führte. Wie ich solche Parallelen danach einordne, beschreibe ich ausführlicher in Ahnenarbeit Übungen zu dokumentieren.
Wo hört die Methode auf?
Diese Methode ist für mich eine Ergänzung, kein Ersatz. Sie ersetzt keinen Hausarzt, keine Psychotherapie und keine Trauerbegleitung, und sie liefert keine wissenschaftlich geprüften Ergebnisse, nur meine eigene, dokumentierte Erfahrung. Wer akut depressiv oder in einer Krise ist, sollte zuerst dort Hilfe suchen, nicht bei einem Karteikasten.
Bevor ich dieses Blatt heute aussondere, kurz die Querverweise, die ich bewusst nicht öffne: wie man die eigene Ahnenlinie als Einsteigerin überhaupt zu fühlen beginnt, welche Familienmuster sich im Alltag zeigen, wie meine eigentliche Trauerverarbeitung nach dem Herzinfarkt meines Vaters verlaufen ist, wie genau ich jede Session wie Archivmaterial protokolliere, ob sich der Kurs insgesamt lohnt, was an Andreas Goldemanns Methode anders ist als an vergleichbaren Angeboten, in welcher Reihenfolge sich die vier Kurse sinnvoll durcharbeiten lassen, wie sich morgendliche emotionale Blockaden von kreativen unterscheiden, wie man ganz ohne Ausbildung als Laie überhaupt einsteigt, was eine regelmäßige Meditationspraxis im Alltag verändert, welche Begriffe in den Kursen was genau bedeuten, wie sich mütterliche und väterliche Linie unterschiedlich anfühlen, wie ich die Weisheiten der Ahnen in meiner Karteikasten-Systematik sortiere, was mit Familiengeheimnissen passiert, die dabei auftauchen, wie eine energetische Reinigung von Räumen nach einem Todesfall aussieht, wie sich das Ganze auf noch lebende Verwandte auswirkt, was energetischer Schutz für hochsensible Menschen im Alltag bedeutet, ob ein Gefühl wirklich das eigene ist oder übernommen, welche Rituale für Hinterbliebene sinnvoll sind, dass Vorfahren eher Ressource als Last sein können, und wie man ungesagte Worte an Verstorbene klärt – all das sind eigene Einträge für sich, nicht dieser hier.
Wer selbst mit einer kreativen Blockade kämpft und neugierig auf diesen Zugang ist, findet in Kraft der Ahnen [Mein Einstieg] den Kurs, aus dem die Übung oben stammt. Die aktuellen Konditionen stehen auf der Seite des Anbieters, da sie sich ändern können. Was ich an dieser Stelle trotzdem festhalten will: den eigenen Platz in der Ahnenreihe zu finden hat mir mehr gegen das Gefühl der kreativen Leere geholfen als jede weitere Methode zur Selbstorganisation.
Über Potsdam wird es draußen schon dunkel, und morgen wartet wieder die Ausleihe in der Bibliothek auf mich. Was bleibt, ist die Unterscheidung zwischen den zwei Blockaden-Arten, mit denen dieser Text begonnen hat – die nehme ich mit an meinen eigenen Schreibtisch, nicht nur für heute.