Mein Seelenpfad

Positive Ahnenarbeit Erfahrungen: Wie ich die Stärken meiner Vorfahren entdeckte

Positive Ahnenarbeit Erfahrungen: Wie ich die Stärken meiner Vorfahren im Leinen-Tagebuch festhalte

Ein schlaftrunkener Kopf braucht manchmal nur Sekunden, um zu vergessen, dass jemand fehlt. Ich habe darauf keine feste Antwort, nur eine Beobachtung aus den letzten Wochen, die ich sauber nummeriert in mein Leinen-Heft übertragen habe, wie jede andere Signatur in meinem Archiv. Ahnenarbeit klingt für viele nach Räucherstäbchen und großen Gesten, aber für mich als Bibliothekarin ist sie vor allem ressourcenorientierte Selbsterfahrung mit Papier, Stift und einem festen Rhythmus – die Art Potsdamer Tagebuch, das ich seit Kursbeginn jeden Sonntagabend weiterschreibe.

Ein kurzer Hinweis vorab, weil er zu meiner bibliothekarischen Ehrlichkeit gehört: Manche Verweise in diesem Text sind Affiliate-Links zu den phoenix999-Kursen, über die ich bei einem Kauf eine Provision bekomme, ohne dass sich dein Preis dadurch ändert. Ich schreibe nur über Sessions, die tatsächlich in meinem Heft stehen, datiert und mit Randnotizen versehen. Ärztin oder Psychotherapeutin bin ich nicht, und nichts von dem hier ersetzt eine notwendige Behandlung oder Trauerbegleitung.

Ahnenarbeit als Ressourcensuche

Nach den ersten Sessions bei Kraft der Ahnen saß ich vor dem Karteikasten und merkte, dass ich fast nur die Lücken katalogisiert hatte – die Stellen, an denen mein Vater fehlt, die Melancholie, die in der Familie herumgereicht wird wie ein ungeliebtes Buch. Andreas Goldemanns Methode hat das nicht repariert, aber sie hat mir eine zweite Schublade gegeben: eine für das, was getragen hat. Auf einer der ersten Karten steht seitdem nur ein Wort, Standhaftigkeit, zugeordnet zu meiner Großmutter väterlicherseits, die ich kaum kannte, deren Ruhe in einer Session trotzdem spürbar wurde. Mütterliche und väterliche Linie fühlen sich für mich unterschiedlich an, fast wie zwei getrennte Bestände mit eigener Signaturlogik, aber das wäre ein eigener Artikel für sich.

Gelber Karteikasten mit handbeschriebenen Ressourcen-Karten aus der Ahnenarbeit-Selbsterfahrung

Wie ein Karteikasten zum Seelenarchiv wurde

Bevor das Leinen-Heft kam, hatte ich es mit einer Datei auf dem Laptop versucht, eine Art digitales Tagebuch, in das ich nach jeder Session ein paar Sätze tippen wollte. Nach zehn Einträgen habe ich aufgehört. Es fühlte sich an wie eine Datei unter vielen, austauschbar, ohne das Gewicht, das eine echte Signatur braucht. Das Papier hat mich gezwungen, langsamer zu sein, und genau das hatte gefehlt. Mein Session-Protokoll ist inzwischen so etwas wie ein zweites Aufgabengebiet neben der eigentlichen Arbeit in der Bibliothek, eine Form der systematischen Dokumentation meines emotionalen Erbes: Datum, Kursnummer, ein Stichwort, manchmal ein Querverweis auf eine frühere Karte.

Familienmuster zu entwirren ist ein eigenes Handwerk, das ich hier nicht in der Tiefe aufdröseln will, das haben andere in diesem Umfeld gründlicher gemacht, als ich es in einem Sonntagabend-Eintrag könnte. Ich bin keine Heilpraktikerin und auch keine Schamanin, sondern jemand ohne Ausbildung in diesem Feld, die sich mit derselben Systematik durch ihre Herkunft arbeitet, mit der sie sonst Bestände sortiert. Eine energetische Blockade beim Namen zu nennen kam bei mir erst spät, am Anfang wusste ich nur, dass etwas eng war, ohne ein Wort dafür zu haben. Das hat mit der Zeit auch mein Selbstwertgefühl durch Ahnenarbeit gefestigt, obwohl das nie das eigentliche Ziel der Übung war.

Woche fünf: Die Stille nach dem Vergessen

In der fünften Woche nach Kursbeginn ist mir morgens etwas aufgefallen, das mir vorher nicht passiert war: für die paar Herzschläge zwischen Traum und wachem Kopf war einfach nichts da, kein Name, kein Datum, kein Herbst 2022, und erst danach setzte der Tag wieder ein, in einer Stille, die sich merklich verschoben anfühlte, als läge zwischen mir und dem Verlust plötzlich eine dünne, aber echte Schicht Papier. Manche würden das vielleicht mit dem Feld der Epigenetik erklären wollen, aber ich überlasse das lieber den Fachleuten, für mich reicht die Beobachtung selbst.

Trauerverarbeitung läuft bei mir nicht linear, so viel kann ich nach dieser Woche sagen, auch wenn andere im Forum das gern ordentlicher beschreiben, als es sich anfühlt. Benedikta, eine Bekannte aus dem Andreas-Goldemann-Forum, schrieb genau in dieser Woche unter einen meiner Kommentare, sie zweifle ständig, ob sie überhaupt das Richtige mache, eine Offenheit, die dort selten ist, wo die meisten nur berichten, was funktioniert hat. Ihre Frage hat mich mehr beschäftigt als jede Antwort, die ich ihr geben konnte. Eine Karte in meinem Kasten trägt seit Kurzem nur die Überschrift Familiengeheimnis, sonst leer, manche Signaturen bleiben offen, bis ich weiß, wohin sie gehören.

Handschriftlicher Eintrag im Leinen-Tagebuch zur phoenix999 Ahnenarbeit

Grenzen ziehen, ohne zu verdammen

Positive Ahnenarbeit bedeutet für mich nicht, jede Eigenschaft in der Familie gutzuheißen. Ich sortiere aus, was nicht mehr trägt, den Rückzug, das Schweigen über Gefühle, das ich von meinem Vater kannte, ohne den Menschen dahinter zu verurteilen. Diesen Unterschied habe ich erst nach allen vier phoenix999-Kursen wirklich verstanden, nicht weil einer besser gewesen wäre als die anderen, sondern weil sich die Perspektive erst über die Zeit gesetzt hat.

Lieselind, eine Bekannte aus dem Potsdamer Trauercafé, meinte neulich, sie könne sich nie merken, wie eine Übung heißt, aber immer, aus welchem Ort jemand kommt und wo genau man sich zuletzt gesehen hat, eine Art Gedächtnis, die meiner Katalogisierung gar nicht so unähnlich ist. Wir tauschen uns selten über die Kurse selbst aus, eher über das, was danach bleibt in einem Alltag, der weitergeht, ob man will oder nicht.

Blick aus dem Fenster auf Baumkronen im Park, mit Büchern auf der Fensterbank – ruhiger Moment für Selbsterfahrung und Ahnenarbeit

Was bleibt, wenn das Heft zugeklappt wird

Meine Meditationspraxis ist inzwischen unspektakulär geworden, Kissen, ein paar Minuten vor der Arbeit, kein Ritual drumherum. Manchmal gehe ich vor Dienstbeginn noch einmal ums Holländische Viertel, bevor ich in die Bibliothek hineingehe, einfach um wach zu werden, nicht um etwas zu verarbeiten. Neulich landete ein Buch über Potsdamer Schlossgärten auf dem Rückgabestapel, und ich habe kurz nachgeschlagen, was der Name Sanssouci eigentlich bedeutet, ohne Sorge, bevor ich es zurück ins Regal gestellt habe. Ein seltsam treffender Gedanke für einen Sonntagabend mit offenem Karteikasten.

Der Bestand ist nie fertig sortiert, das weiß ich als Bibliothekarin besser als die meisten. Mitgenommen habe ich vor allem eins: für jede belastende Karte in der Familie auch nach der Gegenkarte zu suchen, der Eigenschaft, die getragen hat, nicht nur der, die wehgetan hat. Das lässt sich auf mehr anwenden als nur die eigene Ahnenlinie, und es ist der Grund, warum ich das Leinen-Heft noch lange nicht zuklappen werde.

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