Mein Seelenpfad

Blockierende Familienmuster erkennen und durch Ahnenarbeit im Alltag lösen

Familienmuster erkennen mit Ahnenarbeit: phoenix999 Selbsttest-Tagebuch einer Bibliothekarin aus Potsdam

Am Ufer des Tiefen Sees im Potsdamer Park Babelsberg zähle ich, ohne es zu wollen, meine Schritte vorbei am Flatowturm, über dieselben Wurzeln im Weg. Mitten im Gehen taucht ein Satz meines Vaters auf, den er selbst nie ausgesprochen hat. Genau das ist für mich die Arbeitsdefinition eines Familienmusters: nicht das eine dramatische Ereignis, sondern die kleine, sich wiederholende Bewegung, die man erst bemerkt, wenn man selbst mittendrin steckt. Ahnenarbeit hat mir dafür ein Vokabular gegeben, das ich vorher nicht hatte, und seit ich mit den phoenix999-Kursen arbeite und mein Selbsttest-Tagebuch führe, sortiere ich solche Sätze nicht mehr als private Marotte, sondern als Eintrag in einem größeren Bestand.

Familienmuster: eine Arbeitsdefinition aus dem Archiv

Ein Familienmuster ist, so wie ich mit dem Begriff arbeite, eine Reaktion, ein Gefühl oder ein Verhalten, das sich über mindestens zwei Generationen hinweg wiederholt, ohne dass die jeweilige Person es sich bewusst ausgesucht hat. Es äußert sich nicht als Erinnerung, sondern als Reflex: ein Zurückweichen, ein Schweigen, ein übertriebenes Verantwortungsgefühl, das schon da war, bevor man alt genug war, es selbst zu erklären.

In der Bibliothek würde ich so etwas mit einem Klassifikationssystem wie der Regensburger Verbundklassifikation vergleichen – einem Ordnungsraster, in dem jedes Buch seinen Platz hat, unabhängig davon, ob es gerade gesucht wird. Ein Familienmuster funktioniert ähnlich: Es hat eine Systematik, auch wenn die Person, die es lebt, diese Systematik nie gesehen hat.

Wichtig ist der Unterschied zu einer bloßen Charaktereigenschaft. Eine Charaktereigenschaft erklärt sich meist aus der eigenen Biografie. Ein Familienmuster dagegen lässt sich oft bis zu einer Person zurückverfolgen, die es zuerst gebraucht hat, um zurechtzukommen – und die es, ungewollt, weitergegeben hat.

Gelber Karteikasten mit handschriftlichen Notizen zu Ahnenarbeit und Familienmustern im phoenix999-Selbsttest-Tagebuch, Potsdam

Woran du ein Muster erkennst, das sich wiederholt

Drei Fragen helfen mir dabei, ein Muster von einer normalen Reaktion zu unterscheiden. Taucht das Gefühl in mindestens drei unabhängigen Situationen auf, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben? Ist die Reaktion stärker, als der aktuelle Anlass es rechtfertigen würde? Und lässt sich ein ähnliches Verhalten bei einem Elternteil oder Großelternteil wiedererkennen, auch wenn die Umstände andere waren? Wenn ich alle drei Fragen mit Ja beantworten kann, behandle ich die Reaktion nicht mehr als Charakterfehler, sondern als etwas, das zur Ahnenlinie gehört und dort bearbeitet werden darf.

Kurzfristige Lösungen wirken hier oft nicht, weil sie am Symptom ansetzen, nicht am Muster. Ich hatte mich zum Beispiel bei einem Sportverein für einen Yoga-Kurs angemeldet, war dreimal da, und dann nicht mehr – der Rücken war danach entspannter, das Muster im Nacken aber unverändert. Das war kein Problem des Yoga-Kurses. Es war schlicht das falsche Werkzeug für das, was eigentlich bearbeitet werden wollte.

Von einer energetischen Blockade im engeren Sinn spreche ich dabei bewusst nicht. Dieser Begriff verdient eine eigene, genauere Betrachtung, die hier zu weit führen würde.

Die vier Kurse setzen an unterschiedlichen Stellen an

Innerhalb der phoenix999-Reihe setzt jeder der vier Kurse an einer anderen Stelle im Bestand an, vom ersten Zugang bis zur Integration – die genaue Abfolge und Reihenfolge ist ein eigenes Thema für sich. Die Methode von Andreas Goldemann, mit der die Reihe arbeitet, habe ich an anderer Stelle ausführlicher beschrieben.

Die Frage Lohnt sich Phoenix999 Kraft der Ahnen? Ein ehrlicher Testbericht stelle ich mir bis heute gelegentlich, auch wenn die Antwort für mich längst kein einfaches Ja oder Nein mehr ist, sondern von der Bereitschaft abhängt, den Kurs als Prozess und nicht als schnelle Lösung zu behandeln.

In einem Online-Live-Workshop saß neben mir im virtuellen Warteraum einmal ein Mitpraktizierender namens Przemek Kujawski, der in der Pause fragte, wo ich am besten Notizen führe – bei ihm meldeten sich bei intensiveren Sessions regelmäßig die Schultern, bei mir eher der Nacken. Offenbar sucht sich ein Muster im Körper seinen eigenen Weg nach draußen.

Muster lösen ist nicht dasselbe wie Trauer verarbeiten

Ein Muster zu erkennen ist etwas anderes als akute Trauer zu verarbeiten, auch wenn beides bei mir denselben Ursprung im Herbst 2022 hat. Die eigentliche Trauerverarbeitung ist ein eigenständiger Prozess mit eigenen Werkzeugen, den ich bewusst getrennt halte von der Musterarbeit.

Wer eine Verbindung zum verstorbenen Vater aufbauen durch gezielte Ahnenarbeit möchte, verfolgt damit ein anderes Ziel als jemand, der ein wiederkehrendes Schweigen in der eigenen Familie auflösen will – beides kann sich berühren, muss es aber nicht.

Walburga Stenz, eine Trauerbegleiterin aus dem Potsdamer Hospizverein, hat mir dazu einmal einen Satz gesagt, den ich erst zehn Sekunden später als Witz verstanden habe: dass ein Karteikasten zwar Zitate ordnet, aber keine Gefühle. Sie hat recht. Die Sortierung hilft mir, aber sie ersetzt nichts.

Ohne Ausbildung arbeiten, aber mit Grenzen

Ich bin keine Schamanin, keine Therapeutin und keine ausgebildete Traumatherapeutin – ich bin Bibliothekarin, die eine Methode gefunden hat, ihre eigene Ahnenlinie zu fühlen, ohne daraus einen zweiten Beruf zu machen. Was diese Laienarbeit ohne Ausbildung leisten kann und wo ihre Grenze liegt, ist eine Abwägung, die jeder für sich selbst treffen muss; ich ziehe meine bei allem, was nach klinischer Behandlung aussieht.

In der dritten Session des Kurses „The Completion" ist mir zum Beispiel etwas passiert, das ich bis heute nicht vollständig erklären kann: Ich habe geweint, ohne einen konkreten Grund benennen zu können, und danach war eine Spannung weg, die vorher einfach da war.

Kein Geistesblitz, keine Erklärung – nur ein Vorher und ein Nachher, die ich beide in mein Heft eingetragen habe.

Session dokumentieren wie Archivmaterial

Bevor eine Session beginnt, räumt sich mein Blick von selbst frei: der alte Eichentisch mit der blassgrünen Unterlage, links davon der gelbe Kasten mit den handgeschriebenen Zitatkärtchen, und hinter der Fensterscheibe die Baumkronen, die gerade erst wieder Farbe bekommen. Das braun-leinene Heft liegt schon aufgeschlagen bereit, bevor ich mich überhaupt hingesetzt habe.

Wie sich Phoenix999 Kurse wie Archivmaterial im privaten Tagebuch dokumentieren lässt, habe ich an anderer Stelle im Detail beschrieben; hier genügt der Hinweis, dass ich dabei ähnlich vorgehe wie früher bei Erstausgaben.

Meditation ist dabei nur ein Baustein von mehreren, kein Ersatz für die Dokumentation danach; wie genau ich sie in meinen Alltag einbaue, würde hier zu weit führen.

Was bleibt am Ende im Bestand übrig?

Ein eigenes Vokabular für all das gibt es längst – Begriffe, die in den Kursen immer wieder auftauchen und die ich an anderer Stelle einmal gesammelt und beschrieben habe, statt sie hier jedes Mal neu zu erklären.

Wenn du selbst ein Muster bei dir vermutest, würde ich mit der einfachsten Prüfung anfangen: Wiederholt sich eine Reaktion in mindestens drei Situationen, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, und findest du dafür keinen einzelnen aktuellen Auslöser? Dann lohnt es sich, sie als Muster zu behandeln und nicht als eigenen Makel. Alles Weitere – ob und wie du daran arbeitest – ist eine sehr persönliche Entscheidung, die ich niemandem abnehmen kann und will.

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