Mein Seelenpfad

Verbindung zum verstorbenen Vater aufbauen: Eine Bestandsaufnahme nach vier Kursen

Aktualisiert
Ahnenarbeit und Trauerbewältigung in Potsdam: Erfahrungsbericht über die Verbindung zum verstorbenen Vater nach den Andreas-Goldemann-Kursen

Mein Karteikasten mit den Zitatkarten ist bis ins letzte Register sortiert; der Stapel mit den Papieren meines Vaters steht noch genauso auf dem Bord, wie ich ihn vor Jahren dorthin gestellt habe. Diesen Unterschied auszuhalten, ohne ihn zu beheben, war für mich der eigentliche Anfang von Ahnenarbeit – nicht das Gegenteil davon. Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, man müsse die eigene Trauerbewältigung erst abschließen wie eine fertig katalogisierte Akte, bevor eine Verbindung zu einem verstorbenen Vater überhaupt möglich wird. Nach vier phoenix999-Kursen kann ich sagen: Das stimmt so nicht. Ein kurzer Hinweis vorab, weil er dazugehört: Manche Links in diesem Text sind Affiliate-Links, über die ich bei einer Buchung eine Provision erhalte, ohne dass sich dein Preis ändert – ich schreibe ausschließlich über Kurse, die ich selbst durchlaufen habe.

Diese Fehlannahme kursiert in vielen Ratgebern zum Thema Ahnenarbeit, und ich bin ihr selbst begegnet, als ich nach dem Tod meines Vaters zum ersten Mal auf die Kurse von Andreas Goldemann stieß. Dieser Erfahrungsbericht ist kein Tagebuch, sondern eine Bestandsaufnahme nach vier abgeschlossenen Kursen – eine Art innere Provenienzforschung, bei der es nicht um das Beenden von Trauer geht, sondern um das Verstehen ihrer Herkunft.

Der Irrtum von der abgeschlossenen Trauerbewältigung

Wer glaubt, er müsse erst „fertig" trauern, bevor eine Verbindung zum verstorbenen Vater überhaupt möglich wird, verwechselt zwei verschiedene Vorgänge. Trauerbewältigung ist in meiner Erfahrung kein Hindernis, das erst aus dem Weg geräumt werden muss, sondern selbst der Kanal, über den die Verbindung läuft – mein Vater ist für mich präsent, nicht abgeschlossen. Eine Akte, die man schließt, verschwindet aus dem aktiven Bestand. Eine Beziehung zu einem Menschen, der gestorben ist, funktioniert nach einer anderen Logik: Sie bleibt offen, auch wenn der akute Schmerz nachlässt.

Man muss fertig trauern, um den Vater zu spüren

Das stimmt nicht – und genau das ist der Kern der Verwechslung. Ich bin keine Therapeutin und habe keine Ausbildung in Trauerbegleitung; ich bin Bibliothekarin, die seit drei Jahren mit den phoenix999-Kursen von Andreas Goldemann arbeitet, angefangen bei Kraft der Ahnen. Die Verbindung wurde nicht klarer, weil der Schmerz irgendwann aufhörte, sondern weil ich aufgehört habe, beides gegeneinander auszuspielen. Wie die vier Kurse aufeinander aufbauen und warum mir die Reihenfolge wichtig war, halte ich in meinem Bericht über alle 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest fest.

Gelber Karteikasten mit handschriftlichen Notizen als Session-Protokoll für Ahnenarbeit

Stille im Archiv ist kein Stillstand

Eine Bekannte, die jedes Wochenende Nordic Walking durch den Grunewald macht, hat mir einmal gesagt, ich solle endlich loslassen, dann würde sich die Verbindung von selbst einstellen. Ich verstehe den Gedanken, aber er dreht die Reihenfolge um. Mein Vater war für mich der erste lebendige Berührungspunkt mit der eigenen Ahnenlinie, lange bevor ich wusste, dass es dieses Wort überhaupt gibt – loslassen war nie die Voraussetzung dafür, sondern höchstens eine Nebenwirkung, die sich manchmal einstellt und manchmal nicht.

Was ich stattdessen beobachte, sind wiederkehrende Familienmuster – nicht nur im Ahnenfeld der Kurse, sondern im ganz normalen Alltag. Meine eigene Meditationspraxis gehört inzwischen so selbstverständlich zum Morgen wie der erste Kaffee, sie ist aber kein Beweis für irgendetwas: Manche Sitzungen bleiben einfach still, ohne dass etwas Bestimmtes passiert.

Auf dem Wochenmarkt am Bassinplatz in Potsdam beobachte ich oft eine ältere Frau, die jeden Samstag denselben Stand ansteuert und dort minutenlang mit dem Verkäufer über nichts Bestimmtes redet. Niemand würde das als Fortschritt bezeichnen. Und doch ist es genau diese Wiederholung, die eine Verbindung trägt, auch wenn sie sich nicht dokumentieren lässt – ähnlich wie Ahnenforschung ohne Dokumente auskommen muss, wenn die Papierlage lückenhaft ist.

Aufgeschlagenes Leinen-Heft mit handschriftlichen Randnotizen zur Ahnenlinie des Vaters

Die Unterlagen liegen lassen, wie sie liegen

Ein Teil davon zeigt sich bei mir ganz unspektakulär, in einer Kiste mit unsortierten Unterlagen meines Vaters und seiner Lieblingstasse, die seit Jahren unangetastet am gleichen Platz steht, weil ich sie nie einsortiert oder weggeräumt habe. Früher empfand ich das als unerledigte Aufgabe. Heute lasse ich es einfach so stehen.

Bevor ich auf die phoenix999-Kurse stieß, hatte ich drei Sitzungen bei einer Psychotherapeutin, die ich nach zwei Monaten wieder abgebrochen habe – nicht weil die Therapie an sich falsch gewesen wäre, sondern weil ich in diesen Gesprächen nach etwas suchte, das dort nicht das Ziel war: nicht Bewältigung, sondern Kontakt. Für viele andere ist genau diese Art von Begleitung goldrichtig, und ich rate niemandem, professionelle Hilfe zu meiden, wenn die Trauer zu schwer wird.

Was ich stattdessen aufgebaut habe, ist eher ein Session-Protokoll als eine Therapieakte: Datum, körperliche Reaktion, Querverweis zur vorherigen Eintragung. Die Karten machen beim Umblättern ein Geräusch, das ich inzwischen so vertraut kenne wie das Piepen des Scanners an der Ausleihe, kaum hörbar, aber immer da. Wenn während einer Sitzung eine Wärme im Rücken auftaucht, notiere ich sie wie eine Marginalie am Rand eines Textes – eine Randbemerkung, kein Beweis.

Wer tiefer einsteigen möchte, wie Erfahrungen über Generationen weitergegeben werden sollen, findet dazu mehr in meinem Text über Epigenetik und Ahnenheilung – hier würde es den Rahmen sprengen, und ich bin ohnehin keine Wissenschaftlerin, die das im Detail erklären könnte.

Blick aus einem Potsdamer Fenster auf kahle Parkbäume in der Abenddämmerung, Symbolbild für Trauerbewältigung

Was tatsächlich zählt, wenn nichts mehr erzwungen wird

Der Irrtum, mit dem ich eingestiegen bin, lässt sich so auflösen: Nicht das Verschwinden des Schmerzes ist das Signal für eine echte Verbindung, sondern ob du an den verstorbenen Menschen denken kannst, ohne dass es dich aus der Bahn wirft. Das ist die Unterscheidung, an der ich mich inzwischen orientiere, wenn ich für mich selbst prüfen will, ob eine Sitzung etwas bewegt hat oder nicht.

Manchmal zeigt sich stattdessen eine energetische Blockade, die mit dem eigentlichen Thema der Sitzung gar nichts zu tun hat, sondern mit etwas ganz anderem aus dem Alltag. Die Kurse haben dafür ihr eigenes Vokabular entwickelt, und wer neu einsteigt, tut sich leichter, wenn die Begriffe einmal sauber erklärt sind, statt sie aus dem Zusammenhang zu erraten.

Diese Klarheit wirkt sich für mich auch außerhalb der Sessions aus, zum Beispiel darin, wie ich mich in der Bibliothek konzentriere, wenn der Betrieb laut ist – dazu habe ich separat aufgeschrieben, wie man sich besser konzentrieren kann durch Ahnenkraft Übungen.

Trauerbewältigung und Ahnenarbeit laufen bei mir parallel, nicht nacheinander, und ich glaube inzwischen, dass es bei den meisten Menschen so ist, die eine Verbindung zu einem verstorbenen Elternteil suchen. Falls die Trauer bei dir gerade zu schwer wiegt oder du das Gefühl hast, allein nicht zurechtzukommen, ist eine Fachperson für Trauerbegleitung oder Psychotherapie der richtige erste Weg – die Kurse, über die ich hier schreibe, sind eine Ergänzung dazu, kein Ersatz.

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