Mein Seelenpfad

Lohnt sich Phoenix999 Kraft der Ahnen? Ein ehrlicher Testbericht aus dem Archiv

Aktualisiert
Phoenix999 Kraft der Ahnen Testbericht: Ahnenarbeit im Alltag einer Bibliothekarin aus Potsdam
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Was unterscheidet eigentlich eine Stunde in einer Trauergruppe im Stadtteilzentrum von zwölf Sessions allein am Schreibtisch, mit Kopfhörern und einem Kurs wie Phoenix999 Kraft der Ahnen? Ich habe beide Wege ausprobiert, in den Monaten nach dem Tod meines Vaters, und dieser Erfahrungsbericht ist mein Versuch, sie nebeneinanderzulegen, ohne den einen gegen den anderen auszuspielen. Was ich hier beschreibe, ist meine eigene Praxis mit Andreas Goldemanns Ahnenarbeit — katalogisiert wie alles andere in meinem gelben Karteikasten.

Zwei Wege durch dieselbe Trauer

Mein Vater starb im Herbst 2022 an einem Herzinfarkt, in einer gewöhnlichen Nacht, ohne Vorwarnung. Danach habe ich versucht, normal zu funktionieren — Ausleihe, Rückgabe, Kaffee aus der Küche im ersten Stock —, bis das nicht mehr ging. Der erste Versuch, mit der Trauer umzugehen, war eine offene Gruppe im Stadtteilzentrum im Holländischen Viertel: ein Stuhlkreis, eine Moderatorin, die jede Woche eine neue Frage in den Raum stellte.

Beim dritten Treffen habe ich gemerkt, dass ich zuhörte, wie ich sonst Bücher katalogisiere — registrierend, sortierend, aber nicht wirklich beteiligt. Die Trauer der anderen wurde zu einem weiteren Bestand, den ich verwaltete, statt meine eigene anzufassen. Danach bin ich nicht mehr hingegangen. Nicht, weil die Runde schlecht war. Die Leute dort waren aufrichtig, manche schon lange dabei.

Kraft der Ahnen habe ich kurz danach angefangen, eher zufällig, über einen Clip von Andreas Goldemann. Wie sich Verbindung zum verstorbenen Vater aufbauen durch gezielte Ahnenarbeit im Detail anfühlt, habe ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben. Hier interessiert mich etwas anderes: was der Kurs konnte, das die Gruppe nicht konnte — und umgekehrt.

Gelber Karteikasten mit handbeschrifteten Karteikarten zur Ahnenarbeit aus dem Phoenix999 Kraft der Ahnen Kurs

Kraft der Ahnen läuft anders als ein Gesprächskreis

Der Kurs ist in der Struktur das Gegenteil eines Stuhlkreises. Zwölf Sessions, über etwa drei Monate verteilt, jede für sich allein, mit Andreas Goldemanns Stimme als einzigem Gegenüber. Seine Methode als eigenes System zu beschreiben würde hier zu weit führen, das habe ich andernorts genauer seziert. Wichtig für den Vergleich: Man braucht keine Vorbildung, keine Ausbildung in Energiearbeit oder Schamanismus, nur die Bereitschaft, still zu sitzen und zuzuhören.

Eine der Sessions arbeitet gezielt mit der väterlichen Linie, eine andere mit der mütterlichen. Bei mir war die zur väterlichen Linie diejenige, die am meisten bewegt hat, aus naheliegenden Gründen. Was die Sessions dabei mit dem anstoßen, was ich in meinen Notizen als energetische Blockade bezeichne, ist wieder ein eigenes Thema mit einem eigenen Artikel. Für den Vergleich mit der Gruppe reicht die Feststellung: Was in der Trauergruppe im Gespräch nach außen ging, blieb hier zunächst bei mir allein, ohne dass jemand zuhörte oder reagierte.

Wie ich danach zur Ruhe komme, hängt eng mit dem Aufschreiben zusammen — Ruhe finden am Sonntagabend ist bei mir kaum vom Leinen-Heft zu trennen. Das genaue Protokoll, das ich für jede Session führe, ist eine andere Geschichte, die ich andernorts dokumentiert habe. Hier zählt nur, dass ich es tue, konsequent, mit Datum und Querverweis.

Aufgeschlagenes Leinen-Notizbuch mit handschriftlichen Einträgen zu einer Kraft der Ahnen Session von Andreas Goldemann

Wo half die Gruppe, wo ging der Kurs weiter?

Ich habe in der Gruppe einen Vorteil gemerkt, den der Kurs nicht bieten kann: echte Stimmen im selben Raum, echte Gesichter, die etwas Ähnliches durchmachen. Kraft der Ahnen ist in diesem Punkt ehrlich einsam, du sitzt allein da, auch wenn Goldemann von "wir" spricht. Meine Kollegin Rosmarie Heck aus dem Freihandbereich hat mir irgendwann gesagt, ich solle mal kürzertreten, lange bevor ich selbst gemerkt habe, wie erschöpft ich eigentlich war. Diese Art von Aufmerksamkeit bekommt man in einem Raum mit Menschen eher als von einem Audiokurs.

Wofür der Kurs besser war: das genaue Hinsehen auf Muster, die sich über Generationen wiederholen. Blockierende Familienmuster zu erkennen ist ein eigenes, größeres Thema, das ich woanders vertieft habe — hier reicht der Hinweis, dass die Gruppe dafür nicht das richtige Format war, weil jede Woche eine andere Person im Mittelpunkt stand. Wie genau sich Trauerverarbeitung nach einem plötzlichen Herzinfarkt in der Familie durch die Sessions zieht, ist ebenfalls ein eigenes, längeres Kapitel an anderer Stelle.

Es gab einen Morgen, an dem ich aufgewacht bin und für drei Sekunden nicht wusste, warum die Wohnung so still ist. Danach war die Stille eine andere als sonst, weniger schwer. Das war kein Ergebnis der Gruppe.

Manche Leserinnen fragen mich, ob sich das auch als tägliche Meditationspraxis eignet — dazu habe ich andernorts mehr geschrieben, bei mir war es aber eher ein festes Zeitfenster als eine tägliche Übung. Hildegunde Rotter, eine Leserin, die mir nach meinem ersten Artikel über meinen Vater geschrieben hatte, hat sich neulich noch einmal gemeldet, mit einer kurzen Zeile, die mich überrascht hat, ein Update, ganz unaufgeregt, ohne dass ich danach gefragt hätte.

Die eigene Ahnenlinie ohne Ausbildung sortieren

Kraft der Ahnen ist bei mir der erste von inzwischen vier abgeschlossenen Phoenix999-Kursen gewesen. Ich betrachte ihn als Einstiegskurs innerhalb dieser größeren Architektur, nicht als das ganze Paket für sich. Wer wissen will, wie die anderen drei zusammenhängen und in welcher Reihenfolge das für einen selbst sinnvoll ist, findet dazu alle 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest an anderer Stelle. Das würde hier zu weit führen, weil es in diesem Text nur um den einen Kurs im Vergleich zur Gruppe geht.

Andreas Goldemann verwendet in seinen Kursen eigene Begriffe, die sich über die Jahre zu einer Art Vokabular entwickelt haben — ein Glossar dazu gibt es andernorts, ich erkläre die Wörter hier nicht neu. Was den Kurs selbst betrifft: Er ist seit neun Jahren im Programm, kaum verändert, und läuft in zwölf Sessions über etwa drei Monate. Nach Abschluss gibt es keine weitere Begleitung — man ist wieder allein mit den eigenen Notizen, ähnlich wie nach dem letzten Treffen der Gruppe, nur ohne die Stühle im Kreis. Man braucht Offenheit für biografische Arbeit, keine reine Entspannungsübung vorm Schlafengehen.

Laienarbeit ohne Ausbildung, wie ich sie hier betreibe, hat eigene Grenzen, über die ich andernorts ausführlicher schreibe.

Wann lohnt sich welcher Weg?

Eine Gruppe wie die im Stadtteilzentrum lohnt sich, wenn du echte Stimmen brauchst, wenn dir Anonymität in der eigenen Wohnung eher unheimlich ist als hilfreich, oder wenn du merkst, dass du dich isolierst und genau das gefährlich wird. Kraft der Ahnen lohnt sich eher, wenn du mit Struktur besser klarkommst als mit offenen Gesprächsrunden, wenn du bereit bist, dir selbst zuzuhören, ohne dass jemand direkt reagiert, und wenn dich die Vorstellung anspricht, die eigene Ahnenlinie wie einen Bestand zu ordnen.

Bei mir haben beide Wege einen Platz im Leinen-Heft behalten, auch wenn nur einer zu einem festen Teil meiner Woche wurde. Überlegst du selbst, ob Phoenix999 Kraft der Ahnen etwas für dich sein könnte, dann fang nicht mit der großen Frage an, ob es „wirkt", sondern mit der kleineren: ob dir eine strukturierte, einsame Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft überhaupt liegt. Ich bin keine Therapeutin, keine Ärztin und keine Heilpraktikerin, nur eine Bibliothekarin, die zwei Wege ausprobiert und einen davon behalten hat.

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