Mein Seelenpfad

Ahnenheilung ohne Ausbildung: Wie ich lernte, meine Ahnenlinie systematisch zu fühlen

Aktualisiert
Ahnenheilung ohne Ausbildung: Laienpraxis für die eigene Ahnenlinie in Potsdam

Sechs Fragen tauchen in den Nachrichten an meinen Blog immer wieder auf, sobald es um Ahnenheilung ohne Ausbildung geht, und keine einzige lässt sich mit einem Satz abtun. Wer sich für die Phoenix999-Kurse interessiert, landet fast automatisch bei der Frage, ob man wirklich ohne Zertifikat, ohne Seminarraum und ohne fremde Anleitung die eigene Ahnenlinie fühlen kann. Diese sechs Fragen beantworte ich hier ausführlicher, als ich es sonst in einzelnen Nachrichten tue – als Bibliothekarin aus Potsdam, die diesen Weg seit dem Tod ihres Vaters geht und ihre Sessions wie Aktenbestände führt, nicht wie spirituelle Erweckungserlebnisse.

Selbsthilfe hat für mich wenig mit Bauchgefühl zu tun und viel mit Systematik. Journaling, ein gelber Karteikasten, eine feste Uhrzeit am Wochenende – das ist meine Version von Ausbildung, auch wenn kein Institut je einen Stempel darauf setzen wird. Genau deshalb schreibe ich diese Antworten so auf, wie ich sie mir selbst am Anfang gewünscht hätte: konkret, ohne Versprechen, mit offenen Enden, wo Ehrlichkeit wichtiger ist als ein rundes Fazit.

Ahnenarbeit ohne Ausbildung: Wo die Grenze zur Therapie verläuft

Nein, man braucht keine Ausbildung, um die eigene Ahnenlinie zu fühlen, aber man braucht eine klare Vorstellung davon, wo die eigene Zuständigkeit endet. Für mich bedeutet Ahnenarbeit ohne Ausbildung, dass ich Verantwortung für meine eigene Wahrnehmung übernehme, nicht für die Diagnose oder Behandlung eines Menschen. Eine Sitzung ist für mich eine Standortbestimmung, kein Heilverfahren, und genau das unterscheidet sie von einer Therapiestunde.

Wie man Trauer nach dem Verlust eines Elternteils systematisch verarbeitet, ist ein eigenes, größeres Thema, das an anderer Stelle ausführlicher behandelt gehört; hier reicht der Hinweis, dass ich meine eigene Trauer nie mit einer Sitzung "aufgelöst" habe, sondern nur begleitet.

Lieselind, eine Bekannte aus dem Potsdamer Trauercafé, merkt sich Ortsnamen und Herkunft schneller als jeder andere Mensch, den ich kenne, und fragt mich manchmal amüsiert, aus welcher Ecke von Potsdam eine Sitzung gerade "stammt", als ließe sich ein Gefühl genauso katalogisieren wie ein Buch nach Herkunftsort.

Gelber Karteikasten mit handgeschriebenen Notizen zur Ahnenarbeit ohne Ausbildung

Braucht es Wissen über die eigene Familiengeschichte, um die Ahnenlinie zu fühlen?

Nein, und das ist vermutlich die größte Erleichterung für die meisten, die neu einsteigen. Was eine Ahnenlinie im Kern ist und wie man sie für sich definiert, habe ich an anderer Stelle ausführlicher aufgedröselt; hier zählt nur, dass man sie fühlen kann, ohne die Namen aller Urgroßeltern zu kennen. In meinem gelben Karteikasten stehen kaum Daten, dafür viele Qualitäten: ein Druck in der Herzgegend, eine Schwere in den Schultern, ein Zittern, das keinen Anlass braucht.

Gelernt habe ich, dass Ahnenforschung ohne Dokumente oft tiefere Lücken im eigenen System füllt, als es eine Geburtsurkunde je könnte. Wenn ein Gefühl auftaucht, das mir fremd vorkommt, frage ich mich innerlich, ob es überhaupt meines ist oder ob es eine viel ältere Provenienz hat – Leihgut aus einer Generation, die ich nie persönlich kannte.

Wenn tagelang gar nichts passiert

Manchmal bleibt das Leinen-Heft leer, und das ist kein Beweis dafür, dass die Methode nicht funktioniert. Vor einiger Zeit habe ich einen Wochenendworkshop zur Trauerbewältigung gebucht, weil ich dachte, ein geführtes Format würde schneller helfen als meine eigene, langsame Praxis, und habe ihn kurzfristig wieder storniert, weil sich die Vorstellung, meine Trauer in einem fremden Seminarraum vor Unbekannten auszubreiten, falscher anfühlte als jede leere Seite zu Hause.

Nichts ist auch eine Antwort.

Andere Wochen tut sich einfach nichts, und ich habe aufgehört, das als Scheitern zu katalogisieren. Auch ein Archiv hat Tage, an denen nichts hereinkommt und nichts hinausgeht. Das heißt nicht, dass der Bestand falsch geführt wird.

Hand schreibt Beobachtungen zur Ahnenlinie in ein Leinenheft als Selbsthilfe-Journaling

Wie ich dokumentiere, ohne Fachjargon zu erfinden

Jede Sitzung bekommt bei mir eine Signatur wie ein Bibliotheksbestand: Datum, ein kurzes Stichwort, eine Randnotiz. Wie ich diese Einträge im Detail aufbaue – mit Querverweisen zu körperlichen Reaktionen und eigenen Kürzeln –, habe ich an anderer Stelle einmal komplett ausgebreitet; hier reicht der Hinweis, dass jede Sitzung ihre eigene Signatur bekommt, damit ich sie später wiederfinde.

Begriffe, die in den Kursen selbst immer wieder auftauchen – Frequenz, Reinigung, Linie –, habe ich mir irgendwann in einer eigenen kleinen Liste zusammengeschrieben, weil mir das half, nicht bei jedem neuen Wort von vorn anzufangen; ausführlich erklärt gehört diese Liste aber in einen anderen Text.

Was die vier Kurse für Laien bedeuten

Andreas Goldemanns Methode ist kein einzelner Kurs, sondern eine vierteilige Architektur, die mit Kraft der Ahnen beginnt und sich von dort aus aufbaut. Wie genau sich die vier Teile zueinander verhalten, habe ich an anderer Stelle im Detail aufgeschlüsselt. Für den Einstieg als Laiin reicht die Feststellung, dass man nicht alle vier gleichzeitig braucht, um überhaupt anzufangen.

Benedikta, eine Onlinebekannte aus dem Forum zu Andreas Goldemanns Kursen, zweifelt öffentlich an sich selbst, was in diesen Foren sonst kaum jemand offen zugibt, sie fragt regelmäßig, ob ein bestimmtes Gefühl während einer Übung "echt" war oder eingebildet. Genau diese Frage stelle ich mir am Anfang jeder neuen Sitzung ebenfalls, und die einzige ehrliche Antwort, die ich nach vielen Sitzungen gefunden habe, lautet: Es spielt keine Rolle, solange die Beobachtung sauber notiert wird.

Regennasses Fenster mit Blick auf den Sanssouci-Park in Potsdam während Ahnenheilung ohne Ausbildung

Familienmuster erkennen, ohne Therapeutin zu sein

Ja, das geht, aber nicht, indem man sich selbst diagnostiziert. Wenn ich merke, dass blockierende Familienmuster in mir getriggert werden, versuche ich nur, sie zu benennen, nicht zu behandeln. Alte Angst, alter Geiz, eine unbegründete Sorge um Verlust: Ich stelle sie innerlich in das entsprechende Regal zurück, statt sie als meine eigenen Gefühle zu deklarieren.

Ob sich das, was viele eine energetische Blockade nennen, wirklich vollständig auflöst, ist eine längere Antwort, die anderswo besser aufgehoben ist. Für mich reicht die Beobachtung, dass sich ein Knoten im Gewebe manchmal löst, ohne dass ich genau erklären könnte, warum.

Woran ich merke, dass sich etwas verschoben hat

Altes Foto des Vaters neben einem Glas Wasser als Symbol der Ahnenlinie und Ahnenheilung ohne Ausbildung

Meditation gehört inzwischen so selbstverständlich zum Morgen wie der Kaffee aus der Küche im ersten Stock, wie diese Praxis im Detail aussieht, ist wieder ein eigenes Thema für sich. Vor Kurzem saß ich mit einer Tasse Tee da und merkte erst beim letzten Schluck, dass meine Gedanken die ganze Zeit ruhig geblieben waren, zum ersten Mal seit dem Herbst, in dem mein Vater starb.

Die Stirn an das kühle Fensterglas gelehnt, in einer kurzen Pause zwischen zwei Sitzungen, dachte ich nicht an Diplome oder Zertifikate, sondern nur daran, dass mein Vater nie ein großer Redner war, aber verstanden hätte, was es bedeutet, seine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen.

Was bleibt, ist kein Abschluss und kein Diplom, sondern eine Gewohnheit: Wenn eine Sitzung nichts bringt, notiere ich das genauso sorgfältig wie einen Durchbruch, denn beides gehört in denselben Bestand. Wer ohne Ausbildung anfangen will, braucht vor allem diese eine Regel: nicht mehr behaupten, als man selbst geprüft hat, und jede Beobachtung so lange stehen lassen, bis sie sich entweder bestätigt oder von selbst erledigt.

Verwandte Artikel