Mein Seelenpfad

Energetische Reinigung der Ahnenlinie: Eine bibliothekarische Revision für mehr innere Ruhe

Aktualisiert
Energetische Reinigung der Ahnenlinie in Potsdam: bibliothekarische Praxis für mehr innere Ruhe
Der Kies knirscht unter meinen Schuhen, während ich den letzten Anstieg zum Belvedere auf dem Pfingstberg nehme, das Leinenheft schon halb aufgeschlagen unter dem Arm. Genau hier, nicht unten am Wasser, mache ich seit einiger Zeit meine Sessions zur energetischen Reinigung der Ahnenlinie – ein Stück Ahnenarbeit, das für mich als Bibliothekarin in Potsdam inzwischen so selbstverständlich geworden ist wie die morgendliche Ausleihe. Es ist keine Selbsthilfe-Formel aus einem Ratgeberregal, eher eine Gewohnheit, die mir mehr innere Ruhe gebracht hat als alles, was ich vorher versucht habe. Unten, am Fuß des Hügels, ziehen die Touristengruppen meist Richtung Sanssouci, aber hier oben ist außer ein paar Joggern selten jemand unterwegs. Genau diese Distanz brauche ich für die Übung: einen Ort, der nichts mit meinem Alltag in der Fachbibliothek zu tun hat und trotzdem nah genug ist, um ihn vor der Arbeit zu erreichen.

Der Pfingstberg als fester Platz für die Ahnenarbeit

Seit drei Jahren gehört dieser Weg zu meiner Routine, ungefähr so verlässlich wie die Signaturkontrolle am Ausleihschalter. Nicht jede Woche, aber oft genug, dass ich den Unterschied zwischen einer guten und einer schwierigen Session inzwischen schon am ersten Schritt auf den Kiesweg spüre. Eine Kollegin aus der Fernleihe hat einen Kleingarten am Schlänitzsee, wo sie im Sommer Gemüse zieht, und wenn ich ihr von meinen Sonntagabenden erzähle, vergleicht sie das gern mit ihrem Unkraut – beides Arbeit, die nie ganz fertig wird, aber trotzdem guttut.
Gelber Karteikasten mit handgeschriebenen Karteikarten für die Ahnenarbeit einer Bibliothekarin aus Potsdam.

Was diese Reinigung für mich bedeutet

Wenn ich von Reinigung spreche, meine ich keinen esoterischen Fachbegriff, sondern einen ganz konkreten Ablauf. Taucht ein Muster auf – dieser plötzliche Drang zur Perfektion zum Beispiel, den auch mein Vater hatte –, schreibe ich es auf, arbeite in der nächsten Session gezielt daran und prüfe danach, ob die Anspannung noch da ist. Genau so gehe ich mit jeder Blockade um, die ich bei mir finde: benennen, bearbeiten, kontrollieren, mehr braucht es dafür nicht. Andreas Goldemann, von dem die ganze Kraft-der-Ahnen-Reihe stammt, kommt in meinem Heft kaum noch namentlich vor. Ich arbeite längst mit dem Material, nicht mehr mit dem Urheber, und die Kurse haben inzwischen ihr eigenes Vokabular in meinem Kopf, an das ich mich erst gewöhnen musste, bevor ich es wie selbstverständlich benutzt habe. Manche Muster wiederholen sich bei meinem Vater und mir in einer Form, die ich inzwischen einfach zur Kenntnis nehme, ohne jedes Mal die ganze Familiengeschichte neu aufzurollen. Wie viel davon aus Fakten besteht und wie viel aus Gefühl, habe ich an anderer Stelle beschrieben, in dem Text Ahnenforschung ohne Dokumente Lücken im Stammbaum füllt. Die Trauer um ihn selbst ist ein eigenes, größeres Thema, das hier nicht breit vorkommt. Ausgebildete Therapeutin oder Schamanin bin ich nicht, nur eine Bibliothekarin mit einer Methode, die bei mir funktioniert. Die Meditation aus einem der späteren Kurse gehört inzwischen manchmal dazu, aber längst nicht bei jeder Session.
Aufgeschlagenes Leinenheft mit Notizen zur Ahnenarbeit und einem alten Familienfoto, Selbsthilfe-Tagebuch einer Potsdamer Bibliothekarin.

Woche fünf: ein Moment, den ich vorher nicht bemerkt hätte

In Woche fünf nach der ersten Kraft-der-Ahnen-Runde ist mir aufgefallen, dass ich einer Kollegin mitten im Satz ins Wort gefallen bin, in einer ganz gewöhnlichen Besprechung über die neue Aufstellung im Lesesaal – und hinterher nicht einmal auf die Idee gekommen bin, mich zu entschuldigen. Ich habe es an dem Abend im Heft notiert, mit Datum, ohne große Erklärung dazu. Erst beim nochmaligen Lesen ein paar Tage später fiel mir auf, wie oft ich das schon gemacht hatte, ohne es zu bemerken. Mehr ist an dem Abend nicht passiert.

Warum ich die Schlaftabletten nach zwei Wochen abgesetzt habe

Bevor es die Kurse gab, hatte ich von meinem Hausarzt Schlaftabletten verschrieben bekommen, in den ersten Monaten nach dem Herbst 2022. Genommen habe ich sie knapp zwei Wochen, dann selbst wieder abgesetzt, weil ich morgens wacher war als nachts und das Gefühl hatte, nur eine andere Art von Nebel gegen die Stille einzutauschen. Ein Fehler war das nicht, weder von mir noch vom Arzt – nur die falsche Antwort auf die falsche Frage, wie ich es heute sehen würde.

Nicht jede Woche funktioniert die Übung

Es gab auch diese eine Phase im Frühsommer, in der ich das Heft drei Abende hintereinander wieder zugeklappt habe, weil kein Satz kommen wollte. Kein dramatischer Rückfall, eher ein Leerlauf, den ich inzwischen genauso ernst nehme wie einen produktiven Abend. Jede Session bekommt bei mir ohnehin nur ein Datum und einen kurzen Vermerk im Heft, mehr Struktur braucht es dafür nicht, und eine ausgelassene Woche bekommt genauso ihren Platz wie eine, die etwas gebracht hat. Ich habe inzwischen alle 4 Kurse im Selbsttest durchgearbeitet, und keiner davon macht die leeren Wochen überflüssig – sie gehören einfach dazu, genauso wie ein Regal, das mal eine Weile nicht neu sortiert wird.
Fenster mit Regentropfen und Blick auf einen Park in Potsdam, Sinnbild für innere Ruhe und Ahnenarbeit im Alltag, daneben alte Bücher.

Innere Ruhe ist kein Zustand, sondern eine Gewohnheit

Ob sich der ganze Aufwand lohnt, beantworte ich inzwischen kürzer als früher: ja, aber nicht, weil sich mein Leben komplett verändert hätte. Mein ehrlicher Testbericht zur Ahnenarbeit ist vor einer Weile entstanden, und die Einschätzung darin gilt bei mir immer noch. Der Kugelschreiber klopft manchmal dreimal gegen die Pappe der Kiste, bevor ich die richtige Karte für ein Zitat finde, und genau in diesen kleinen Verzögerungen liegt für mich der eigentliche Effekt der ganzen Übung: nicht die große Reinigung auf einen Schlag, sondern die Gewohnheit, überhaupt regelmäßig nachzusehen, was noch offen ist. Wenn du das Gefühl hast, Lasten zu tragen, die nicht deine eigenen sind, brauchst du dafür keine Ausbildung und keinen Kurs. Es reicht, oft genug hinzuschauen, um den Unterschied zwischen dem eigenen Gepäck und dem ererbten zu bemerken.

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