Mein Seelenpfad

Frieden mit der Vaterlinie schließen: Energetische Übungen für mehr Leichtigkeit

Frieden mit der Vaterlinie schließen: Energetische Übungen für mehr Leichtigkeit – Symbolbild zur energetischen Arbeit an der Ahnenkraft

Die Frage kommt zwischen zwei Rückgaben an der Ausleihe, fast beiläufig hingeworfen: ob sich die Arbeit an der Vaterlinie anders anfühlt als die an der mütterlichen Seite. Der Scanner bleibt kurz liegen, bevor überhaupt eine Antwort kommt. Seit den phoenix999-Kursen bekomme ich solche Fragen öfter – von Kolleginnen, von Leserinnen, gelegentlich von Menschen, die gerade erst anfangen, sich mit der eigenen Ahnenkraft zu beschäftigen.

Eine ordentliche Antwort verdient mehr als einen Satz zwischen zwei Buchrückgaben. Deshalb sammle ich hier, was mir am häufigsten gestellt wird, wenn es um Frieden mit der Vaterlinie geht – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit dem, was sich in meiner eigenen energetischen Reinigung als tragfähig erwiesen hat.

Was unterscheidet die Vaterlinie von der mütterlichen Seite?

Beide Linien gehören zur größeren Ahnenlinie, aber sie tragen unterschiedliches Gewicht, wenn ein Verlust noch frisch ist. Bei mir hängt der Verlust eindeutig an der väterlichen Seite – mein Vater fehlt, meine Mutter lebt noch –, und deshalb fühlt sich die Arbeit an dieser Linie unmittelbarer an, fast dringlich, während die mütterliche Seite für mich eher wie ein Bestand wirkt, den ich noch gar nicht eröffnet habe.

Das heißt nicht, dass eine Linie wichtiger ist als die andere. Es heißt nur, dass sich die eigene Aufmerksamkeit dahin verschiebt, wo gerade etwas offen liegt.

Wie ich bei phoenix999 gelandet bin

Der Kurs, mit dem alles anfing, heißt Kraft der Ahnen. Mittlerweile habe ich alle vier phoenix999-Kurse durchgearbeitet, aber wie genau die vier aufeinander aufbauen, ist eine eigene Geschichte für sich. Was mich an Andreas Goldemanns Herangehensweise überzeugt hat, war weniger die Theorie dahinter als die Klarheit der Übungsanleitungen selbst – wenig Umweg, viel konkrete Anweisung.

Ausbildung ist keine Voraussetzung

Ich bin Bibliothekarin, keine Heilpraktikerin, keine Schamanin mit jahrelanger Lehrzeit. Was ich an der Vaterlinie übe, mache ich als Laiin – mit Sorgfalt, mit einer gewissen archivarischen Disziplin, aber ohne Zertifikat an der Wand.

Genau das ist der Kern der Laienpraxis, wie die Kurse sie verstehen: Man muss keine Ausbildung mitbringen, um anzufangen. Man muss bereit sein, ehrlich mit dem umzugehen, was sich zeigt – oder eben nicht zeigt.

Blockierende Muster auf der väterlichen Seite

Ein Familienmuster erkennt man selten am Verhalten der Ahnen selbst, sondern am eigenen, das sich plötzlich fremd anfühlt. Neulich bin ich einer Kollegin an der Ausleihe mitten im Satz ins Wort gefallen – erst auf dem Nachhauseweg ist mir aufgefallen, dass ich mich am nächsten Tag nicht einmal dafür entschuldigt habe.

Genau das nennen die Kurse eine energetische Blockade: ein Reflex, der älter ist als die Situation, in der er gerade auftaucht. Bemerken ist der erste Schritt, nicht das Auflösen.

Was mit der Trauer passiert, wenn man an der Vaterlinie arbeitet

Trauerverarbeitung ist kein Ziel dieser Übungen, auch wenn sie oft parallel dazu passiert. Nach dem Tod meines Vaters habe ich eine Trauergruppe im Stadtteilzentrum besucht – nach drei Treffen bin ich nicht mehr hingegangen, weil das Reden im Kreis für mich nicht das Richtige war.

Die energetische Arbeit an der Vaterlinie ersetzt so eine Gruppe nicht. Sie läuft nur parallel, auf eine andere Art – weniger Sprache, mehr Körper.

Nahaufnahme des gelben Karteikastens mit handschriftlichen Notizen zu Übungen für die Vaterlinie und energetische Reinigung

Wie ich eine Session dokumentiere

Jede Session bekommt bei mir ein Datum, eine kurze Notiz zum Zustand vorher und nachher, manchmal ein Stichwort aus dem Kursvokabular, das ich sonst nirgends notiere. Mein Leinenheft ist dabei fast zu einem Selbsthilfe-Tagebuch geworden, auch wenn ich es nie so genannt hätte, als ich damit angefangen habe.

Der gelbe Karteikasten ist keine Spielerei. Er ist die Systematik, mit der ich Zitate und wiederkehrende Sätze aus den Kursen sortiere, damit ich sie wiederfinde, wenn eine Übung mal nicht greift. Wie genau ich das systematische Dokumentieren des emotionalen Erbes aufgebaut habe, habe ich an anderer Stelle ausführlicher beschrieben; hier reicht der Hinweis, dass ein Session-Protokoll vor allem eins leisten muss – ehrlich sein, auch wenn nichts passiert ist.

Tauchen dabei auch Familiengeheimnisse auf?

Manchmal ja. Familiengeheimnisse zeigen sich in den Sessions meist nicht als große Enthüllung, sondern als ein Gefühl von Unstimmigkeit, das sich später als etwas Konkretes entpuppt. Bei mir war es nie mehr als eine Ahnung, die ich für mich behalte, weil sie nicht nur meine Geschichte ist.

Blick aus einem Potsdamer Fenster auf kahle Parkbäume im Winterlicht als Sinnbild für die Arbeit an der Ahnenlinie

Gehört Meditation zur Praxis?

Meditationspraxis gehört dazu, aber nicht als stundenlanges Sitzen im Schneidersitz. Bei mir ist es meist eine kurze Runde am Schreibtisch, bevor der Tag in der Bibliothek beginnt – kurz genug, dass ich sie nicht aufschiebe, lang genug, dass sich etwas verändert.

Was am Ende bleibt

Rosmarie aus dem Freihandbereich legt mir neulich wortlos ein Stück Schokolade auf den Schreibtisch, während ich gerade eine dieser Fragen für mich selbst beantworte – sie tut das öfter, ohne dass ich je danach gefragt hätte. Hildegunde Rotter, die mir nach meinem allerersten Artikel über meinen Vater geschrieben hat, hat einmal angemerkt, dass ihr genau die Sätze auffallen, die ich selbst am liebsten überlesen würde.

Solche Rückmeldungen sind mir inzwischen wichtiger als jede einzelne Übung für sich. Wenn ich abends über den Pfingstberg laufe, denke ich manchmal, dass die Vaterlinie ähnlich funktioniert wie der Blick von dort oben – man sieht auf einmal, wie die einzelnen Wege zusammenhängen, die von unten aus wie getrennte Straßen aussahen.

Ein aufgeschlagenes Leinen-Notizbuch mit handschriftlichen Notizen zur energetischen Arbeit an der Vaterlinie

Wer noch ganz am Anfang steht, findet vielleicht im Artikel dunkle Jahreszeit durch Ahnenkraft überstehen einen leichteren Einstieg als hier.

Wenn du nur eine Frage aus diesem Text mitnimmst, dann vielleicht diese: Frieden mit der Vaterlinie bedeutet nicht, dass die Lücke sich schließt, sondern dass sie einen Platz im Bestand bekommt, den man nicht mehr verstecken muss.

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