Mein Seelenpfad

Trauer an Feiertagen bewältigen durch Ahnenarbeit bei Familienfesten

Ahnenarbeit bei Familienfesten: der leere Platz am Tisch als Ausgangspunkt für Trauerbewältigung

Wie hältst du einen ganzen Nachmittag am Familientisch aus, wenn ein Stuhl leer bleibt und niemand ihn wegräumen will? Diese Frage stelle ich mir bei jedem Fest neu, seit ich angefangen habe, Ahnenarbeit mit den phoenix999-Kursen gezielt für solche Tage einzusetzen. Familienfeste sind der Moment im Jahr, an dem Trauerbewältigung nicht mehr abstrakt ist, sondern sich an einem konkreten Stuhl, einer konkreten Tasse festmacht.

Kurzer Hinweis vorab: Einige Verweise in diesem Text führen zu Affiliate-Links. Bucht du darüber einen der phoenix999-Kurse, bekomme ich eine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Ich schreibe hier ausschließlich über Kurse, die ich selbst durchgearbeitet habe; die vollständige Offenlegung steht im Impressum.

Warum die Ahnenlinie an Feiertagen lauter wird

An normalen Tagen lässt sich Trauer wegsortieren wie eine Akte, die man später wieder vornimmt. An Feiertagen geht das nicht — der Tisch ist gedeckt, die Plätze sind gezählt, und die Lücke fällt jedem auf, ob er will oder nicht. Genau deshalb wird die eigene Ahnenlinie an solchen Tagen lauter: Familienmuster, die sich sonst über Wochen verteilen, laufen an einem einzigen Nachmittag zusammen, und jede alte Rolle — die Vermittlerin, die Stille, die Verantwortliche — wird gleichzeitig wieder eingefordert.

Für mich war der Einstieg in dieses Thema der Kurs Kraft der Ahnen von Andreas Goldemann, der auch meine erste, grundlegende Trauerverarbeitung nach dem Herzinfarkt meines Vaters angestoßen hat — wie genau diese ersten Monate liefen, ist eine andere, längere Geschichte, die ich an anderer Stelle erzähle. Wichtig für Feiertage ist nur so viel: Die Sessions verändern nicht die Tatsache, dass der Platz leer bleibt. Sie verändern, wie viel Raum diese Tatsache im Kopf einnimmt.

Die Vorbereitung: was ich in den Tagen vor dem Fest ordne

Ich beginne meist etwa eine Woche vor dem eigentlichen Fest, nicht mit einer neuen Übung, sondern mit einem Blick zurück in mein Leinen-Heft, meinem Selbsthilfe-Tagebuch für genau solche Tage, um zu sehen, welche Session beim letzten Mal geholfen hat und welche nicht. Am Schreibtisch mit Blick auf den Sanssouci-Park liegt dann die grünliche Unterlage auf dem alten Eichentisch frei, der gelbe Karteikasten mit den handgeschriebenen Zitatkarten steht griffbereit am Rand, und von der Allee her quietscht in unregelmäßigen Abständen eine Straßenbahn — weit genug weg, dass es eher wie ein Hintergrundtakt wirkt als wie eine Störung.

Danach kommt eine gezielte Meditation aus dem Kurs, meist die zur Ablösung, nicht die volle Session — dafür fehlt vor einem Fest oft schlicht die Zeit. Ausführlicher beschreibe ich in Wie ich die Einsamkeit nach dem Todesfall durch Ahnenarbeit bewältige, warum ich die Übung nicht erst dann suche, wenn die Wohnung schon zu still geworden ist, sondern schon vorher, während noch Alltag um mich herum ist.

Session-Protokolle helfen dabei mehr, als man denkt.

Ahnenarbeit am Tisch: die Übung mitten im Trubel halten

Am Tisch selbst bleibt für eine ganze Session sowieso keine Gelegenheit. Was funktioniert, ist eine verkürzte Form: ein paar bewusste Atemzüge, während die Suppe herumgereicht wird, und ein kurzer innerer Verweis auf die Ahnenlinie hinter mir, ohne dass jemand am Tisch etwas davon mitbekommt. Es geht dabei nicht darum, eine energetische Blockade aufzulösen, sondern nur darum, für die nächsten zwei Stunden stabil zu bleiben. Das ist keine große Show, sondern eher wie eine Randnotiz, die man sich selbst macht, während das Gespräch um einen herum weiterläuft.

Weisheiten der Ahnen ordnen ist für mich zur Kurzform dieser Methode geworden: der Karteikasten als Systematik, aus der ich mir vor einem Fest gezielt ein, zwei Karten heraussuche und in der Manteltasche mitnehme, nicht um sie zu lesen, sondern um zu wissen, dass sie da sind. Kursvokabular wie 'Ablösung' oder 'Linie' klingt für Außenstehende erst mal sperrig, aber am Tisch braucht es davon ohnehin keine Erklärung — es ist ein Werkzeug, das nur ich benutze.

Gelber Karteikasten mit handschriftlichen Notizen als Teil meiner Ahnenarbeit und meines Selbsthilfe-Tagebuchs

Was mache ich, wenn jemand den leeren Platz anspricht?

Manchmal fragt jemand direkt nach, meistens eher beiläufig als dramatisch, ein „Wie geht's dir gerade damit" zwischen zwei Gängen. Rosmarie aus dem Freihandbereich der Bibliothek hat mich neulich genau so gefragt, nach der für sie typischen langen Vorrede über irgendetwas völlig anderes, bevor die eigentliche Frage kam. Ich antworte inzwischen kurz und ehrlich, ohne die Übung im Detail zu erklären — die energetische Seite davon ist niemandem am Tisch etwas schuldig.

Frieden mit der Vaterlinie schließen bedeutet für mich an solchen Momenten vor allem, nicht jede Reaktion der lebenden Verwandten persönlich zu nehmen. Die mütterliche und die väterliche Linie bringen an einem Fest oft ganz unterschiedliche Spannungen mit, und manches, was wie ein Streit über Nichtigkeiten wirkt, ist in Wahrheit ein altes Familiengeheimnis, das nie richtig benannt wurde. Das im Detail zu entwirren, ist nicht die Aufgabe eines einzelnen Nachmittags.

Wenn die Vorbereitung nicht reicht

Nicht jede Vorbereitung geht auf. Vor einer Trauergruppe im Stadtteilzentrum stand ich vor einiger Zeit auch schon; nach drei Treffen bin ich nicht mehr hingegangen, der Stuhlkreis war mir zu groß und zu unpersönlich für das, was ich eigentlich sagen wollte. Das war kein Fehlschlag der Ahnenarbeit, sondern die Erkenntnis, dass nicht jede Methode zu jedem passt, egal wie gut sie gemeint ist.

Auf dem Rückweg durch den Sanssouci-Park fiel mir kürzlich auf, dass fast zwanzig Minuten vergangen waren, ohne dass ich auch nur einmal an ihn gedacht hatte; nicht an die Kaffeetasse, nicht an den Donnerstagabend im Herbst. Kein großer Moment, eher eine kleine Lücke im sonst ständigen Hintergrundrauschen. Solche Lücken sind mit der Zeit häufiger geworden.

Laienarbeit ohne Ausbildung heißt für mich genau das: keine Therapeutin sein, keine Schamanin, sondern eine Bibliothekarin mit einem Karteikasten, die eine Systematik gefunden hat, die für sie funktioniert, nicht unbedingt für jeden. Mittlerweile habe ich alle vier phoenix999-Kurse durchgearbeitet, aber welcher davon zuerst dran sein sollte, ist eine andere Frage, die ich hier nicht aufmache.

Hildegunde Rotter, eine Leserin, hat mir einmal knapp und herzlich geschrieben, dass Feiertage bei ihr ganz ähnlich ablaufen. Für mich bleibt am Ende eine einfache Faustregel: Die kurze Übung am Tisch reicht meistens, die längere Session gehört in die Woche davor, und eine ausführliche Nachbereitung gehört an den Abend danach, nicht mitten ins Fest hinein. Diese Reihenfolge zu kennen, nimmt mehr Druck als jede einzelne Übung für sich.

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