
An einem feuchten Morgen im letzten Sommer stand ich in meiner Küche in Potsdam und starrte hinaus auf die Baumwipfel des Sanssouci-Parks. Mein Magen fühlte sich an, als wäre er mit kaltem, schwerem Bibliotheksleim gefüllt – ein Gefühl, das mich seit dem plötzlichen Tod meines Vaters im Herbst 2022 nicht mehr verlassen hatte. In der Systematik meines Alltags funktionierte ich zwar, aber in meinem Inneren gab es einen Bestand, den ich einfach nicht katalogisieren konnte.
Hinweis: Einige der Links in diesem Text sind Affiliate-Links. Wenn du über diese einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision – dein Preis bleibt dabei absolut gleich. Ich schreibe hier nur über die Kurse der phoenix999-Reihe, die ich selbst in meinem Leinen-Heft dokumentiert und durchgearbeitet habe. Meine vollständige Offenlegung findest du im Impressum.
Der Körper als Archiv der Trauer
Nach dem Herzinfarkt meines Vaters versuchte ich zunächst, die Trauer wie ein falsch einsortiertes Buch zu behandeln: Ich schob sie beiseite, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch mein Körper führte sein eigenes Register. Unter der Signatur DDC 610 für Medizin hätte man meine Symptome wohl als nervösen Reizdarm klassifiziert. Für mich fühlte es sich eher so an, als hätte ich die Sprachlosigkeit und den Schock jenes Donnerstagnacht buchstäblich verschluckt.
Ich bin keine Ärztin und habe keinerlei medizinische Ausbildung. Was ich hier beschreibe, ist mein rein persönlicher Weg durch ein Dickicht aus körperlichem Unbehagen und emotionaler Altlast. Wenn körperliche Beschwerden anhalten, ist der Gang zum Hausarzt natürlich unumgänglich; energetische Arbeit ist eine Ergänzung, kein Ersatz für eine medizinische Diagnose.
Anfang dieses Jahres, nachdem ich bereits gute Erfahrungen mit dem Kurs Kraft der Ahnen gemacht hatte, entschied ich mich für die Magen-Darm-Edition [Körperlicher Zugang]. Ich begann, die Sessions wie Archivmaterial zu behandeln: datiert, mit präzisen Randnotizen und Querverweisen in meinem gelben Karteikasten.

Systematik gegen das Chaos: Die Magen-Darm-Edition
Die Edition umfasst über 40 Sessions und Sounds, die über einen Zeitraum von neun Wochen freigeschaltet werden. Für jemanden, der Ordnung liebt, war dieser langsame Takt ein Segen. Ich saß meistens in den frühen Morgenstunden, bevor die Bibliothek öffnete, an meinem Schreibtisch. Das Kratzen meines Füllfederhalters auf dem schweren Leinenpapier meines Notizhefts war oft das einzige Geräusch in der stillen Wohnung, während ich die Eindrücke der Nacht sortierte.
Einmal unterlief mir jedoch ein typischer Anfängerfehler in der Bestandsaufnahme: Ich versuchte, die Sessions wie eine Bibliografie im Schnelldurchlauf zu "lesen". Ich arbeitete drei Einheiten an einem einzigen Nachmittag durch, in der Hoffnung, den Prozess zu beschleunigen. Das Ergebnis war ein massives Kopfweh und ein noch festerer Knoten im Oberbauch. Ahnenarbeit lässt sich nicht durch Überstunden erzwingen. Man kann die Geschichte der eigenen Linie nicht querlesen; man muss jede Seite einzeln wenden.
In dieser Zeit dachte ich oft: 'Ich kann zehntausend Bücher über Geschichte katalogisieren, aber ich habe noch nicht einmal das Gewicht des Schweigens meines eigenen Vaters inventarisiert.' Die Arbeit mit den Sounds von Andreas Goldemann half mir, dieses Schweigen als Teil meiner Provenienz zu akzeptieren, statt es nur loswerden zu wollen.
Der Durchbruch im Spätwinter
Ein entscheidender Moment ereignete sich Ende Februar während einer Session zum Thema "Loslassen" – einer der vier Bonuskurse, die zur Magen-Darm-Edition gehören. Während ich den Klängen lauschte, spürte ich ein plötzliches, tiefes Glucksen in meiner Mitte. Es fühlte sich an wie ein rostiges Schloss, das nach Jahrzehnten endlich geölt und gedreht wird. Ein warmer Schwall löste die Kälte in meinem Magen auf.
Diese Erfahrung war ein wichtiger Querverweis zu meinem bisherigen Verständnis von Trauer. Ich begriff, dass das Enterische Nervensystem, unser sogenanntes Bauchhirn, oft Dinge speichert, für die wir im Kopf noch keine Signatur gefunden haben. Durch die Ahnenarbeit konnte ich die Verbindung zwischen meinem aktuellen Unwohlsein und den ungeklärten Themen in meiner Ahnenlinie spüren, ohne daraus eine komplizierte Theorie machen zu müssen. Es war schlichte, körperliche Evidenz.
Manchmal hilft es auch, über die eigene Situation hinaus zu blicken. Ich habe oft an Menschen gedacht, die in einer viel schwierigeren Lage sind als ich – zum Beispiel Alleinerziehende in der Akutphase der Trauer. Während ich in meiner Potsdamer Wohnung die Ruhe habe, morgens eine Stunde zu meditieren, scheitern Standardtipps zur Selbstfürsorge bei ihnen oft an der harten Realität fehlender Netzwerke. Der ständige Versorgungsdruck lässt kaum Raum für die langsame Verdauung von Verlusten. In solchen Fällen kann die Ahnenarbeit vielleicht gerade deshalb helfen, weil sie keine stundenlangen Rituale fordert, sondern direkt über den Körper ansetzt, wenn die Zeit für Worte fehlt. Wer mehr über die Überwindung dieser Starre wissen möchte, findet wertvolle Impulse im Artikel über Sprachlosigkeit nach plötzlichem Tod.
Bestandsaufnahme nach sechs Monaten
Heute, im Oktober, ist mein Magen kein Ort der Schwere mehr. Ich sehe mein Verdauungssystem nicht mehr nur als rein medizinisches Thema, sondern als ein lebendiges Archiv, das regelmäßige Inventur benötigt. Die Magen-Darm-Edition ist seit 2022 verfügbar und für mich war sie die logische Fortsetzung, nachdem ich mit der Kraft der Ahnen (die übrigens schon seit 2017 gelistet ist) das Fundament gelegt hatte.
Für alle, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und deren Körper die Trauer "festgehalten" hat, kann ich nur raten, geduldig zu sein. Manchmal passiert wochenlang gar nichts, und dann löst eine einzige Session eine Blockade, die man jahrelang mit sich herumgetragen hat. Es ist ein Prozess des Nachbearbeitens, nicht des Vergessens. Wer mit Zukunftsängsten zu kämpfen hat, die oft Hand in Hand mit körperlicher Anspannung gehen, dem empfehle ich den Text über Zukunftsangst bewältigen durch Ahnenarbeit.
Die Kurse sind Werkzeuge, keine Wunderheilmittel. Sie bieten eine Struktur, um die eigene Ahnenlinie zu fühlen, ohne gleich eine Ausbildung zur Therapeutin machen zu müssen. Falls du spürst, dass dein Bauchgefühl biografisch belastet ist, könnte die Magen-Darm-Edition ein sinnvoller nächster Schritt für dein eigenes inneres Archiv sein. Die genauen Konditionen und der aktuelle Umfang der Sessions sind auf der Seite des Anbieters zu finden; dort kannst du prüfen, ob dieser Weg sich für dich stimmig anfühlt.