Mein Seelenpfad

Mentale Klarheit finden durch systematisches Archivieren meiner Kursnotizen

Mentale Klarheit und Archivierung als Therapie: Kursnotizen aus den phoenix999-Kursen systematisch ordnen

Vierzehn Signaturen stehen inzwischen im Register meines kleinen Archivs, jede für eine andere Art von Notiz aus den phoenix999-Kursen. Als ich vor gut drei Jahren angefangen habe, meine ersten Aufzeichnungen zu ordnen, war das noch eine einzige Kategorie mit dem Namen "Verschiedenes". Mittlerweile ist daraus ein System geworden, das mir mehr mentale Klarheit verschafft als jede einzelne Session für sich – nicht weil das Ordnen die Trauerbewältigung ersetzt, sondern weil es sie sichtbar macht. Archivierung als eine Art Selbsttherapie klingt nüchtern, aber genau diese Nüchternheit ist es, die bei mir funktioniert.

Archivierung als Selbsttherapie: Was mein Bestand mit mir macht

Beruflich sortiere ich Bestände, die niemandem gehören – Fachliteratur, die irgendwann wieder gebraucht wird, aber erstmal nur Regalmeter ist. Diese Denkweise habe ich auf meine eigenen Notizen übertragen, allerdings mit einer Regel, die für Bibliotheksbestände unüblich wäre: Jede Karte folgt demselben Session-Protokoll – Datum, ein Schlagwort, ein Satz zur Körperresonanz –, aber wie ich dieses Protokoll im Detail führe, ist eine andere Geschichte für sich. Wichtig ist hier nur, dass die Struktur vor dem Inhalt kommt. Ohne feste Form würde jede Karte anders aussehen, und genau das macht ein Archiv am Ende unbrauchbar.

Ordnung ist bei mir kein Zufall.

Ich bin Bibliothekarin, keine Heilerin. Meine Ausbildung steckt in der Katalogisierung, nicht in der schamanischen Arbeit, und ich betreibe das hier als Laiin ohne jede entsprechende Ausbildung, das war beim Start auch nie das Ziel meines Archivs, sondern eher ein Nebenprodukt meiner Berufskrankheit, alles ordnen zu wollen.

Gelber Karteikasten mit DIN-A6-Karten zur Archivierung von phoenix999-Kursnotizen für mentale Klarheit

Warum ich das Laptop-Tagebuch nach zehn Einträgen aufgegeben habe

Bevor der Karteikasten kam, hatte ich es mit einem digitalen Tagebuch versucht. Zehn Einträge lang tippte ich brav in eine Notiz-App, bis ich merkte, dass ich beim Scrollen durch alte Einträge nichts wiederfand, was ich eigentlich suchte. Ein Bildschirm zeigt immer nur, was gerade sichtbar ist – kein Register, keine Querverweise, kein Griff zwischen den Fingern, der mir sagt, wie umfangreich der Bestand inzwischen geworden ist. Nach dem zehnten Eintrag habe ich die App gelöscht und nie wieder geöffnet.

Die Methode von Andreas Goldemann liefert bei mir den Inhalt der Karten, meine bibliothekarische Ausbildung liefert die Form – und genau diese Trennung hat sich als der eigentliche Unterschied zum digitalen Versuch herausgestellt. Papier zwingt mich, einen Gedanken fertig zu formulieren, bevor ich ihn weglege, während ein leeres Textfeld endlos Platz für Ausschweifungen bietet.

Wenn so ein Karteikasten-Tag mich erschöpft, hilft mir öfter der Blick auf frühere Notizen zu genau diesem Zustand – dazu habe ich an anderer Stelle schon ausführlicher geschrieben: Ahnenarbeit bei emotionaler Erschöpfung: Wie das Ordnen meiner Notizen hilft.

Selbstreflexion beim Schreiben im Leinenheft neben Karteikarten zur Ahnenlinie und Trauerbewältigung

Vierzehn Signaturen für einen unübersichtlichen Bestand

Ahnenlinie bekommt bei mir die größte eigene Sektion, weil die meisten Karten früher oder später dorthin zurückverweisen. Familienmuster tauchen dagegen quer durch fast alle anderen Kategorien auf, weshalb sie fast nie eine eigene Signatur brauchen, sondern fast immer einen zweiten Querverweis. Auch energetische Blockaden bekommen eine eigene Signatur, auch wenn ich nie behaupten würde, genau erklären zu können, was dabei im Körper passiert – das überlasse ich anderen, die sich damit ausführlicher beschäftigt haben.

Der Kraft-der-Ahnen-Kurs war mein Ausgangspunkt, aber inzwischen stammen die meisten neuen Karten aus den drei anderen Kursen. Die vier Kurse von phoenix999 bauen aufeinander auf, das lässt sich an anderer Stelle im Detail nachlesen; mein Archiv selbst folgt aber einer eigenen Logik, die sich davon löst, weil ich nach Themen sortiere und nicht nach Kursreihenfolge. Fachbegriffe aus den Kursen führe ich außerdem in einem eigenen kleinen Register, dem Kursvokabular, damit ich nicht bei jeder Karte neu erklären muss, was mit einem bestimmten Begriff gemeint war.

Meine kurze Meditationspraxis am Morgen bekommt eine eigene, kleinere Rubrik, getrennt von den reinen Kursnotizen, weil sie sich anders anfühlt als eine ausgewachsene Session. Trauerverarbeitung läuft bei mir dagegen nebenher, nicht als eigener Archivzweck, sondern als etwas, das sich quer durch fast jede andere Kategorie zeigt, ohne dass ich es extra suchen müsste.

Einzelne Karteikarte mit Notizen als Beispiel für archivierte phoenix999-Kurserfahrung

Querverweise bauen: So verbinde ich Trauer und Ahnenlinie

Benedikta aus dem Ahnenlinie-Forum hat mich neulich gefragt, wie ich eigentlich entscheide, ob eine neue Karte eine eigene Signatur braucht oder nur einen Querverweis – akribisch wie immer, mit genauer Uhrzeit ihrer Nachricht, obwohl das für die Antwort gar keine Rolle spielte. Irgendwo weiter weg quietschte in dem Moment eine Straßenbahn in einer Kurve, ein Geräusch, das ich kaum noch bewusst wahrnehme, weil es einfach dazugehört.

Eine Kategorie in meinem Register heißt schlicht "Abwesenheit" – Einträge, in denen der Gedanke an meinen Vater für eine Weile nicht da war. Der letzte Eintrag dort stammt von einem Spaziergang durch den Volkspark Bornstedt, auf dessen Rückweg mir auffiel, dass ich gut zwanzig Minuten lang an gar nichts von alldem gedacht hatte. Solche Karten verweise ich immer doppelt: einmal unter "Abwesenheit", einmal unter dem Thema der jeweiligen Session, damit ich beide Fäden später wiederfinde, ohne raten zu müssen, wo ich sie abgelegt habe.

Als Faustregel gilt bei mir: Sobald eine Karte zwei Themen gleichzeitig berührt, bekommt sie einen Querverweis, nie eine dritte Signatur. Neue Kategorien lege ich nur an, wenn sich mehrere Karten zum gleichen Thema häufen – alles andere landet als Querverweis in einer bestehenden Sektion, sonst hätte ich heute nicht vierzehn, sondern eher vierzig Signaturen. Solche Momente halte ich bewusst kurz, damit ich nicht in der Analyse hängen bleibe, auch dazu gibt es eine ausführlichere Notiz von mir: Stille nach einem Trauerfall bewältigen mit Übungen aus der Ahnenarbeit.

Ruhiger Feierabend nach dem Archivieren der Kursnotizen für mehr mentale Klarheit

Grenzen der Archivierung: Kein Ersatz fürs Fühlen

Ein Archiv kann täuschen, gerade wenn man Selbstreflexion mit bloßer Verschlagwortung verwechselt. Wer ordentlich einsortiert, hat das Gefühl, die Sache sei erledigt, dabei ist oft nur der Zettel fertig und nicht das, was draufsteht. Ich habe Karten geschrieben, bei denen ich schneller mit dem Einordnen fertig war als mit dem eigentlichen Fühlen, und das merke ich meistens erst später, wenn mir die Karte beim nächsten Aussondern wieder in die Hand fällt.

Deshalb behandle ich das Katalogisieren nie als Abschluss, sondern als Zwischenstand. Eine Karte darf falsch einsortiert sein, sie darf auch mal ganz fehlen, wenn zu wenig Zeit für einen Eintrag blieb. Das Archiv ist ein Werkzeug für mentale Klarheit, keine Abkürzung zur Trauerbewältigung, und für mich persönlich funktioniert es nur, wenn ich diesen Unterschied im Kopf behalte.

Am Ende bleibt bei mir ein einfacher Test, bevor eine neue Karte ins System wandert: Trägt sie etwas bei, das ich in ein paar Monaten noch brauchen werde, oder ist sie nur der Abdruck eines einzelnen Moments? Nur Ersteres bekommt eine feste Signatur, der Rest bleibt lose im Leinenheft liegen, bis sich zeigt, ob er wiederkommt. Diese eine Frage hat mein Archiv kleiner und brauchbarer gehalten, als jedes ordentliche Ablagesystem es aus sich selbst heraus wäre.

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