Mein Seelenpfad

Zukunftsangst bewältigen: Wie Ahnenarbeit mir Sicherheit und Vertrauen schenkt

Zukunftsangst bewältigen mit Ahnenarbeit: Potsdamer Bibliothekarin schreibt abends ihr Selbsthilfe-Tagebuch

Elf Kisten Chicorée zählte ich heute früh am Marktstand auf dem Bassinplatz, zweimal, nur damit meine Hände etwas anderes zu tun hatten als das altbekannte Flattern in der Brust zu spüren. Zukunftsangst kündigt sich bei mir nicht als großer Sturm an, sondern als kleines Zittern beim Zahlen an der Kasse, als würde die Zukunft schon in der nächsten Minute eine Rechnung präsentieren, die ich nicht begleichen kann. Seit jenem Donnerstagabend im Herbst 2022 trage ich dieses Zittern wie eine zweite Jacke, und Ahnenarbeit hat daraus über die letzten drei Jahre kein verschwundenes Gefühl gemacht, aber ein sortiertes.

Kurzer Hinweis, bevor es weitergeht: Manche Links in diesem Tagebuch-Eintrag sind Affiliate-Links. Buchst du einen Kurs darüber, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich dein Preis dadurch ändert. Ich schreibe hier ausschließlich über die Kurse, die ich selbst durchgearbeitet und in mein Leinen-Heft übertragen habe, nicht über Dinge, die ich nur vom Hörensagen kenne. Eine Ärztin oder Therapeutin bin ich nicht, dieser Text beschreibt allein meinen eigenen Weg der Nachbearbeitung.

Zukunftsangst lief bei mir wie ein Uhrwerk, bis ein Video alles unterbrach

In der Bibliothek lief ich damals wie ein gut gewartetes Uhrwerk: Bestände einsortieren, Signaturen prüfen, Auskünfte geben, während ich innerlich ständig auf den nächsten Einschlag wartete. Zukunftsangst war für mich kein abstrakter Begriff, sondern ein Kloß im Hals und das Gefühl, auf losem Sand zu stehen. Ich glaubte, ich müsste die Zukunft im Griff haben, um mich sicher zu fühlen, bis ich an einem Nachmittag durch Zufall auf ein Video von Andreas Goldemann über die Kraft der Ahnen stieß und zum ersten Mal seit Monaten länger als ein paar Minuten still sitzen konnte.

Verschwunden war die Angst damit nicht. Aber mir wurde etwas klar, das ich vorher nie so benannt hätte: Ein Teil dieser Angst kam aus einer fehlenden Rückverbindung, so als wäre ich ein Buch, das aus dem Regal gefallen ist und dessen Signatur niemand mehr zuordnen kann. Seitdem behandle ich meine Sessions wie Bestand: datiert, mit Randnotizen und Querverweisen in einem schlichten Leinenheft.

Gelber Karteikasten mit handgeschriebenen Zitatkarten zur Ahnenarbeit, Nahaufnahme auf dunklem Holztisch

Der gelbe Karteikasten gegen das Gefühlschaos

Ordnung liegt mir im Blut, das bringt der Beruf so mit sich. Im ersten Winter wollte ich die energetischen Erfahrungen sofort in ein festes System pressen und probierte, Sessions nach dem Dewey-Dezimalsystem zu sortieren, als ließen sich Gefühle wie Verlust oder Sicherheit einfach in Klassen einteilen. Das ging gründlich schief: Man kann Ahnen nicht inventarisieren, man muss sie fühlen, bevor man überhaupt anfängt, etwas zu beschriften.

Geblieben ist der Karteikasten trotzdem, nur anders benutzt. Wenn ich abends die Karten durchblättere, raschelt das Papier leise unter meinen Fingern, fast wie ein kleines Echo der Session selbst. Jede Karte trägt ein Zitat oder einen Moment der Resonanz, keine Erklärung, nur ein Fund. Ein Querverweis, der sich in meinen Notizen immer wiederholt, führt zu der Frage, wie ich Ahnenarbeit Übungen dokumentieren kann, ohne dass der emotionale Kern dabei verloren geht.

Manche Wochen passierte einfach nichts.

Andere Wochen brach ich eine Session mitten drin ab, weil der Widerstand zu groß war, und das ist in Ordnung. Zukunftsangst, so wie ich sie heute verstehe, ist oft nur das Echo ungeklärter Themen in der eigenen Linie – wir erben nicht nur die Augenfarbe, sondern mitunter auch Überlebensängste, die gar nicht unsere eigenen sind. Die Epigenetik liefert dazu interessante Denkanstöße, auch wenn ich meine Sessions rein energetisch betrachte und keine Studien zitieren will.

Eine Trauergruppe, wenn man eigentlich schon weiterziehen will

Bevor Andreas Goldemanns Kurs überhaupt auf meinem Schirm war, hatte ich es mit einer Trauergruppe im Stadtteilzentrum versucht. Drei Treffen lang saß ich im Stuhlkreis und hörte anderen Geschichten zu, die meiner eigenen erstaunlich ähnlich waren, und trotzdem fühlte ich mich danach jedes Mal leerer als vorher. Nach dem dritten Termin bin ich einfach nicht mehr hingegangen, ohne mich abzumelden, was mir heute noch unangenehm ist.

Woche vier, seit ich mit dem zweiten Kurs angefangen hatte, war die Woche, in der ich merkte, dass sich etwas verschoben hatte – nicht durch eine große Einsicht, sondern durch eine Kleinigkeit. Alte Unterlagen meines Vaters lagen auf dem Wohnzimmertisch, dazwischen meine Lieblingstasse, halb ausgetrunken, und zum ersten Mal seit Monaten räumte ich beides nicht sofort weg. Ich ließ es einfach stehen, den ganzen Abend, und merkte erst beim Zubettgehen, dass mich das nicht mehr unruhig gemacht hatte.

Was ich daraus mitnehme, lässt sich schwer in einem Satz verkaufen, aber ich versuche es trotzdem: Fortschritt zeigt sich bei mir seltener als Durchbruch, meistens als Dinge, die ich nicht mehr tue. Keine Kontrolle mehr über jedes Objekt im Raum zu brauchen, war für mich der eigentliche Anfang von etwas wie energetischer Reinigung – nicht als Ritual mit Kerzen, sondern als das Zulassen, dass nicht alles sofort an seinen Platz muss.

Aufgeschlagenes Leinenheft mit handschriftlichen Notizen aus dem Selbsthilfe-Tagebuch zur Ahnenarbeit unter einer Schreibtischlampe

Rosmarie, zwei Sätze aus Stuttgart und eine Special-Session zur Trauer

Rosmarie aus dem Freihandbereich fragt mich manchmal zwischen zwei Regalreihen, wie es mir geht, und braucht für die einfachste Beobachtung gerne einen langen Anlauf, bevor der eigentliche Satz kommt. Neulich sagte sie nach gefühlt fünf Minuten Umschweifen nur: Du guckst wieder mehr aus dem Fenster als früher. Das saß, mehr als sie ahnte.

Post bekomme ich auch von Leserinnen, selten, aber wenn, dann bleibt sie mir im Kopf. Hildegunde Rotter aus Stuttgart schrieb mir nach meinem ersten veröffentlichten Artikel über meinen Vater genau zwei Sätze, mit Anrede und Gruß, so förmlich wie herzlich. Diese kurze Nachricht hat mich damals mehr bewegt als jede lange Reaktion es getan hätte.

Innerhalb des Kurses war es die Special-Session „Durch die Trauer zurück ins Leben", die bei mir am meisten bewegt hat, obwohl ich keine spektakuläre Geschichte darüber erzählen kann. Sie hat mir auch geholfen, die Sprachlosigkeit nach dem plötzlichen Tod meines Vaters zu überwinden – ich musste nicht mehr mit ihm sprechen, um ihn zu spüren. Trauerverarbeitung läuft bei mir nicht linear, eher wie Aussondern im Bestand: manches behalte ich, manches wandert in ein anderes Fach, ohne dass es weg ist. Familienmuster, die sich über Generationen wiederholen, lassen sich nach meiner Erfahrung nicht an einem Abend auflösen, aber benennen kann man sie schon früh.

In Phasen, in denen die Angst sich eher im Körper als im Kopf bemerkbar machte, hat mir der Zugang über die Magen-Darm-Edition geholfen, dem Unverdaulichen der Familiengeschichte nachzuspüren, ohne es sofort erklären zu müssen. Wie viel vom Bauchgefühl biografisch ist und wie viel einfach nur ein schlechter Tag, kann ich bis heute nicht sauber trennen, aber allein die Frage war schon hilfreich.

Heilerin bin ich keine, das will ich hier so stehen lassen. Eine medizinische Ausbildung habe ich nicht, und bei akuter psychischer Krise oder tiefer Trauer rate ich jedem zu professioneller Begleitung statt zu einem Karteikasten. Ahnenarbeit ist für mich eine Ergänzung, kein Ersatz.

Blick durch ein altes Fenster auf einen winterlichen Park in der Dämmerung, mit einer Vase auf dem Fenstersims

1024 Gründe, warum Vertrauen kein Bankkonto braucht

In der zehnten Generation zurück hat jeder Mensch rein rechnerisch 1024 Vorfahren. Wenn ich mir das vorstelle – 1024 Menschen, die Kriege, Hunger und Krankheiten überlebt haben, nur damit ich heute als Bibliothekarin in Potsdam an diesem Tisch sitzen kann – wird meine Zukunftsangst kleiner, ohne dass sie ganz verschwindet. Mein Vater ist einer dieser 1024, nicht mehr der Abgrund, in den ich zu stürzen drohte, sondern ein Teil des Fundaments.

Was dieses Selbsthilfe-Tagebuch mir mittlerweile zeigt, ist ein einziger Gedanke, den ich weitergeben kann, wenn jemand danach fragt: Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass man die Zukunft kontrolliert, sondern dadurch, dass man weiß, wo man in der eigenen Ahnenreihe steht. Diesen Platz zu finden, ersetzt kein Bankkonto und keine Versicherung, aber er trägt.

Falls dich diese Art von Zukunftsangst auch kennt, dieses ungeschützte Gefühl vor allem, was noch kommt, wäre der Kurs Kraft der Ahnen für mich der ehrlichste erste Schritt, den ich empfehlen kann. Er ist kein schneller Fix, eher eine Einladung zur Tiefenarbeit, bei der man sich manchmal fragt, ob man heute überhaupt Lust dazu hat. Ich klappe das Leinenheft zu, lege den Karteikasten zurück an seinen Platz neben der Schreibtischlampe, und das Zittern von heute früh ist für den Moment einfach nicht mehr da.

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