Mein Seelenpfad

Ruhe finden am Sonntagabend: Wie das Phoenix999 Journaling mir dabei hilft

Ruhe finden am Sonntagabend: Wie das Phoenix999 Journaling mir dabei hilft — Leinenheft und gelber Karteikasten als Symbolbild für Ahnenarbeit-Journaling
Offenlegung: Diese Seite enthält Partnerlinks. Kaufen Sie über einen dieser Links, erhalte ich eine kleine Provision, Ihr Preis bleibt gleich.

Vier Atemzüge – mehr habe ich mit der Übung aus dem Selbsthilfebuch nie geschafft, bevor sich in mir alles gegen das Zählen gesträubt hat. Das Buch versprach Ruhe in nummerierten Schritten, wie eine Anleitung mit Unterpunkten, die einem fremden Ordnungssystem folgt. Ich habe es trotzdem versucht, oben auf dem Pfingstberg in Potsdam, wo der Wind über die Kuppe zieht und man weit über die Stadt sieht. Nach dem vierten Atemzug kam keine Ruhe, sondern der Gedanke: Das hier ist Technik, keine Erfahrung. Wer nach echter Trauerbewältigung sucht, merkt schnell, ob eine Übung zu einem passt oder ob man sich nur zwingt, sie zu mögen. Journaling nach der Phoenix999-Methode hat bei mir etwas anderes ausgelöst als jede Zähltechnik, und genau diesen Unterschied halte ich hier fest wie einen Tagebucheintrag mit zwei Spalten, ohne ihn schönzureden.

Bevor ich weiterschreibe, kurz der Hinweis, den ich immer voranstelle: Ein paar Links in diesem Text sind Partnerlinks. Buchst du darüber einen Kurs, bekomme ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich schreibe ausschließlich über die vier Phoenix999-Kurse, die auch wirklich alle in meinem Leinenheft stehen, Zeile für Zeile durchgearbeitet. Die vollständige Offenlegung findest du weiter unten auf der Seite.

Ahnenarbeit-Journaling und Atemtechnik: zwei ungleiche Versuche

Die Atemtechnik aus dem Buch war für mich, als würde man ein Buch nach dem Copyright-Vermerk katalogisieren und den Inhalt dabei ignorieren. Zähl bis vier, halte, zähl bis vier, aus. Vielleicht funktioniert das für jemanden, der eine feste Formel braucht. Bei mir hat nur der Kopf mitgemacht, während der Rest von mir woanders geblieben ist. Kraft der Ahnen war der erste der vier Kurse, mit dem ich überhaupt angefangen habe, und aus dieser Zeit stammt auch der gelbe Karteikasten. Wenn ich heute in dem Kurs sitze, in dem ich die eigene Ahnenlinie fühlen lerne, ist das kein Zählschema, sondern eher eine Signatur, die sich erst zeigt, wenn man lange genug davorsteht.

Nahaufnahme des gelben A6-Karteikastens für das Phoenix999 Journaling: handschriftliche Karteikarten zur Dokumentation einzelner Sessions.

Warum hat die Zähltechnik bei mir nicht gehalten?

Zählen bis vier sollte den Kopf beruhigen, aber bei mir lief es andersherum: Der Atem sollte kontrolliert werden, während der Kopf ungebremst weiterraste. Was andere als energetische Blockade beschreiben, war bei mir eher ein Papierstau – zu viele Gedanken auf einmal, keine Reihenfolge, kein System. Die Zähltechnik hat das nicht gelöst. Sie hat nur die Uhr im Kopf lauter gemacht.

Nach diesem Winterabend habe ich das Buch nicht mehr aufgeschlagen. Manche Methode passt einfach nicht zur eigenen Systematik, und das ist kein Scheitern, das ist eine Randnotiz in einem Bestand, der ohnehin größer ist als eine einzelne Übung.

Was im Karteikasten landet, was nicht

Auf meinem Schreibtisch liegt eine blassgrüne Unterlage, die längst Flecken von altem Füllertintenpapier trägt, und daneben der gelbe Karteikasten im Format A6. Jede Karte bekommt ein Datum, manchmal ein einziges Wort, manchmal einen ganzen Satz, den ich aus einer Session mitgenommen habe. Das ist mein Session-Protokoll, keine Meditation mit Anleitung von außen.

Hand schreibt mit Füllhalter Notizen zum Ahnenarbeit-Journaling in ein Leinenheft, daneben Bücher aus der Fachbibliothek.

Vor dem Fenster stehen die Bäume mal karg, mal in zartem Grün, je nachdem, wann ich aufblicke, aber die Karten im Kasten bleiben, was sie sind: eine Ordnung, die ich mir selbst gebaut habe. Wenn ich sehe, wie alle 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest ineinandergreifen, wird mir klar, dass die Reihenfolge selbst schon Teil der Ordnung ist, nicht weil ein Kurs besser wäre als der andere, sondern weil jeder zu einer anderen Zeit in mein Leben kam.

Rosmarie, der unterbrochene Satz und die Sache mit der Entschuldigung

Rosmarie aus dem Freihandbereich braucht für jede Geschichte einen langen Anlauf, bevor der eigentliche Kern kommt, und neulich bin ich ihr mitten im Satz ins Wort gefallen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Keine Entschuldigung hinterher – ich habe es stehen lassen wie eine offene Akte, die niemand schließt.

Das war der Moment, an dem mir klar wurde, wie dünn meine Geduld inzwischen geworden war, nicht am Wochenende, sondern mitten in einer ganz gewöhnlichen Ausleihe zwischen zwei Regalen.

Ob das ein blockierendes Familienmuster war oder einfach nur ein anstrengender Montag, kann ich nicht sicher sagen, aber im Karteikasten bekam der Moment trotzdem eine eigene Karte. Der Boden unter mir gibt beim Aufstehen vom Schreibtisch einen trockenen Knarrer von sich, als hätte diese alte Wohnung für jede Bewegung eine eigene Antwort parat.

Was am Ende trägt: die Bilanz nach zwei Techniken

Wenn ich die beiden Ansätze nebeneinanderlege, sehe ich klar, wofür jeder taugt. Eine Zähltechnik wie die aus dem Buch kann in einer akuten Situation helfen, wenn es schnell gehen muss und keine Zeit für mehr bleibt, im Meeting, im Wartezimmer, in der S-Bahn. Journaling mit dem Karteikasten dagegen braucht Zeit und einen festen Platz, dafür bleibt etwas übrig, das man später wieder aufschlagen kann.

Blick aus einem Altbaufenster in Potsdam auf kahle Baumkronen zur blauen Stunde, stille Kulisse für die Sonntagabend-Session im Phoenix999 Journaling.

Ich würde niemandem raten, die Atemübung ganz zu verwerfen, nur würde ich sie nicht mit der Erwartung angehen, dass sie dasselbe leistet wie eine Session. Ein Werkzeug für den akuten Moment ist die Atemübung, ein wachsender Bestand ist das Journaling. Wer wissen will, welches der beiden er gerade braucht, sollte sich fragen, ob die Unruhe in den nächsten fünf Minuten vorbei sein muss oder ob sie schon länger mitläuft und eigentlich einen Platz im eigenen Archiv verdient.

Kritik einordnen, Meditation stehen lassen

Es gibt genug Stimmen, die Kritik an Phoenix999 üben, und einiges davon lese ich mit Interesse, auch wenn ich es selbst anders erlebt habe. Andreas Goldemanns Methode baut auf genau diesen Sessions auf, aber wie das im Einzelnen funktioniert, gehört in einen anderen Text als diesen hier.

Meditation im klassischen Sinn war für mich dabei nie der eigentliche Kern. Die geführten Übungen aus dem Kurs sind eher ein Einstieg als das Ziel selbst, das kommt erst im Journaling danach. Es gibt sogar ein Glossar mit dem Kursvokabular, das ich am Anfang praktisch fand und inzwischen kaum noch brauche, weil die Begriffe längst zu meinen eigenen geworden sind.

Eine Leserin namens Hildegunde Rotter schrieb mir vor einiger Zeit zwei knappe, aber herzliche Sätze, formell mit Anrede und Gruß, nachdem sie den ersten Text über meinen Vater gelesen hatte. Wer wirklich an der eigenen Trauerverarbeitung arbeiten will, findet in den Sessions durchaus Ansätze dafür, aber ich schreibe hier bewusst nicht im Detail darüber. Das ist ein eigenes Kapitel in meinem Heft, kein Sonntagabend-Vergleich zwischen zwei Techniken.

Am Ende geht es mir nicht um Bekehrung. Es geht darum herauszufinden, was für einen selbst trägt, und ehrlich zu bleiben, wenn etwas nicht funktioniert, auch wenn es in einem Ratgeber gut klang. Für mich ist es eine Methode, die energetische Reinigung der Ahnenlinie für sich selbst begreifbar macht, ohne dass daraus ein neues Zwangsritual wird. Mein Vater kommt in diesen Sätzen kaum vor, und das ist auch richtig so – dieser Text handelt von einer Atemübung und einem Karteikasten, nicht von dem Herbst, der das alles einmal ausgelöst hat.

Geschlossenes Leinenheft mit Füllhalter auf einem Holztisch bei warmem Lampenlicht, Abschluss einer Phoenix999-Journaling-Session am Sonntagabend.

Nächsten Sonntag liegt das Heft wieder aufgeschlagen da, und das reicht mir vollkommen als Plan.

Verwandte Artikel