Mein Seelenpfad

Wut nach Tod des Vaters verarbeiten mit Übungen zur energetischen Ahnenheilung

Wut nach Tod des Vaters verarbeiten mit Übungen zur energetischen Ahnenheilung

Ein Buchrücken landet manchmal härter im Regal, als er müsste.

Niemand in der Bibliothek merkt das außer mir, aber ich merke es fast jedes Mal: die Wut, die seit dem Tod meines Vaters geblieben ist, sucht sich kleine, unauffällige Ausgänge. Wer nach Wut in der Trauerverarbeitung fragt, bekommt meistens eine vorsichtige Antwort. Meine ist direkter: Wut gehört genauso dazu wie Weinen, und in der energetischen Ahnenheilung, mit der ich seit den ersten phoenix999-Kursen arbeite, ist sie sogar ein Ausgangspunkt, kein Störfall.

Ist Wut ein normaler Teil der Trauerverarbeitung nach dem Tod des Vaters?

Ja, aus meiner Erfahrung sogar ein sehr verlässlicher Teil. Kurz nach dem Tod meines Vaters habe ich versucht, sie wegzudrücken, mit Schlaftabletten, die mir mein Hausarzt verschrieben hatte. Nach zwei Wochen habe ich sie selbst wieder abgesetzt, weil sie zwar den Schlaf betäubten, aber an der Wut selbst nichts änderten; sie war am nächsten Morgen einfach wieder da, nur müder. Ein Druck im Brustkorb bei Trauer, wie ich ihn danach öfter hatte, war für mich oft das erste Signal, dass unter der Erschöpfung noch etwas anderes lag.

Was mir dabei half, war weniger ein Ratschlag als eine Verschiebung der Perspektive: Wut ist kein Zeichen, dass die eigentliche Trauerverarbeitung schiefläuft, sondern oft nur eine frühere, lautere Schicht davon.

Nahaufnahme eines Füllfederhalters auf einem Tagebuch für energetische Ahnenheilung und Trauerverarbeitung nach dem Tod des Vaters

Wut trägt manchmal eine fremde Signatur

Eine emotionale Blockade am Morgen ist bei mir oft nichts anderes als genau diese Wut, die noch keinen Platz gefunden hat. Die Methode von Andreas Goldemann, auf die ich über einen Zufallsfund gestoßen bin, arbeitet ausdrücklich mit der Möglichkeit, dass ein Gefühl gar nicht vollständig das eigene ist, sondern übernommen wurde, von der eigenen Ahnenlinie, ohne dass man das je bewusst entschieden hätte. Wie man die eigene Ahnenlinie überhaupt zu spüren beginnt, ist noch mal ein eigenes, langes Thema, das an dieser Stelle zu weit führen würde.

Woher weiß ich, ob die Wut überhaupt meine eigene ist?

Ein einfacher Test: Reagierst du auf Situationen heftiger, als sie objektiv verdienen? Neulich bin ich einer Kollegin mitten im Satz ins Wort gefallen, im Pausenraum, wegen einer Kleinigkeit, und habe mich hinterher nicht entschuldigt. Das hat mich länger beschäftigt als der eigentliche Moment, weil es so gar nicht zu meinem sonstigen Umgang mit Kolleginnen passt. Ein blockierendes Familienmuster zu erkennen, bevor man selbst mittendrin steckt, ist eine eigene Übung für sich, die ich hier nur anreißen kann. Ob ein Muster über die väterliche oder die mütterliche Linie kommt, lässt sich meistens unterscheiden, aber auch das ist ein Thema, das mehr Raum braucht, als ein einzelner Absatz hergibt.

Gelber Karteikasten mit handgeschriebenen Zitatkarten zur energetischen Ahnenheilung nach dem Tod des Vaters

Einen Platz für die Wut in der eigenen Ahnenreihe finden

Eine Wut, die nicht weichen will, braucht aus meiner Sicht keinen Kampf, sondern einen Platz in der Ahnenreihe, an dem sie nicht mehr die ganze Ordnung durcheinanderbringt. Manchmal steckt hinter so einem Muster ein Familiengeheimnis, das nie offen ausgesprochen wurde, und die Wut ist dabei oft nur die Stellvertreterin für etwas Unbenanntes. Nach einem Todesfall auch den Raum oder bestimmte Gegenstände energetisch zu reinigen, ist etwas, das viele in der Ahnenarbeit zusätzlich machen; ich selbst halte es eher schlicht und beschränke mich auf die Sessions in meinem Leinen-Heft.

Verändert die Arbeit an der Wut auch die Beziehung zu lebenden Verwandten?

Bei mir schon, auch wenn ich das nicht erwartet hatte. Eine Freundin von mir, die im Kleingarten am Schlänitzsee ihr Gemüse zieht, hat vor Kurzem beiläufig gesagt, ich würde am Telefon anders zuhören als früher, geduldiger, weniger auf dem Sprung zur nächsten Antwort. Die Wirkung auf lebende Verwandte ist überhaupt ein Bereich, den ich unterschätzt hatte, als ich mit den Kursen anfing, weil ich dachte, es ginge nur um die Toten.

Energetische Ahnenheilung ohne Ausbildung: Schutz und Struktur

Ich bin keine Schamanin, keine Therapeutin und keine spirituelle Lehrerin, sondern eine Bibliothekarin, die als Laiin ohne Ausbildung eine Methode gefunden hat, mit der sie arbeiten kann, ohne daraus gleich einen Beruf zu machen. Wer sich dabei schnell überflutet fühlt, kann auf einfache Formen von energetischem Schutz zurückgreifen, gerade wenn man ohnehin hochsensibel reagiert.

Im Alltag bleibt von alldem nicht mehr als eine kurze Meditationspraxis am Morgen, bevor ich in die Bibliothek gehe, und ein kleines Session-Protokoll mit Randbemerkung in meinem phoenix999-Tagebuch. Die Kurse haben dabei ein eigenes Vokabular, das anfangs sperrig klingt, bis man es liest wie eine neue Katalogsprache. Der erste der vier Kurse, Kraft der Ahnen, war für mich der Ausgangspunkt; mittlerweile habe ich alle vier phoenix999-Kurse durchgearbeitet, aber wie sie aufeinander aufbauen, ist eine andere Geschichte als diese hier.

Was am Ende bleibt, wenn der erste Zorn abklingt

Wenn die Wut kommt, gehe ich oft die Serpentinen am Pfingstberg hinauf, bis die Beine brennen, lange bevor ich überhaupt an eine Session denke.

Die Karteikarten mit Zitaten, die ich nach einer eigenen Systematik ordne, geben dabei nur selten Antworten, aber das leise Rascheln beim Durchblättern hilft mir oft mehr als die Worte darauf.

Schwere im Herzraum lösen konnte ich erst, als ich akzeptierte, dass mein Vater sein Leben so gelebt hat, wie er konnte, mit all seinen ungesagten Wahrheiten, und dass diese Vater-Tochter-Beziehung jetzt anders weitergeht als vorher.

Es gibt sinnvolle Rituale für Hinterbliebene, die genau an diesem Punkt ansetzen, das ist ein eigenes Kapitel für sich. Falls die Wut dich im Moment komplett überrollt, ersetzt keiner dieser Sätze ein Gespräch mit deinem Hausarzt oder einer Trauerbegleitung. Was sonst bleibt, ist ein Satz, den ich mittlerweile öfter denke: die Wut muss nicht verschwinden, damit Frieden möglich wird, sie muss nur ihren Platz kennen.

Die Ahnenarbeit zeigt mir das seit einer Weile immer wieder, etwa wie die Stille der Ahnenarbeit meinen Blick auf Sanssouci verändert hat, gerade an Tagen, an denen die erste Hitze da ist und trotzdem nichts mehr zerbricht.

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